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Nierensteine

Nierensteine

Nierensteine – Unerkannte Ablagerungen in der Niere

Bei Erwachsenen Menschen treten Nierensteine häufig auf, doch bleiben diese in den meisten Fällen unbemerkt, da sie mit dem Urin ausgeschieden werden. Bei Nierensteinen handelt es sich um Harnsubstanzen, die im Harn normalerweise ist relativ geringer Konzentration vorhanden sind. Erhöht sich diese Konzentration stark, können diese Substanzen auskristallisieren. Die Entstehung selbst, sowie die Ursachen für die Nierensteine sind äußerst komplex. Die Ursachen können nicht in allen Fällen eindeutig bestimmt werden. Männer sind von Nierensteinen häufiger betroffen, als Frauen. Eine Operation ist nur in den seltensten Fällen notwendig. Oft werden Nierensteine durch Zufall im Rahmen einer Untersuchung – i.d.R. aus einem völlig anderen Grund – festgestellt. Je nach Größe und Lage, sowie Beweglichkeit der Steine können diese Beschwerden verursachen, die bis zu Nierenkoliken reichen können, oder aber auch völlig symptomlos bleiben. Für die Diagnose sind bildgebende Verfahren notwendig, um Größe und Lage der Steine zu erkennen. Viel Flüssigkeit und eine gesunde und ausgewogene Ernährung können die Entstehung von Nierensteinen in vielen Fällen verhindern.

Ursachen der Nierensteine meist nicht ganz klar

Die Ursachen für die Entstehung von Nierensteinen sind aufgrund ihrer Komplexität nicht einfach zu bestimmen. Fakt ist, dass bestimmte Bestandteile von Harn auskristallisieren können und so die Steinbildung begünstigen. In der Ernährung, sowie im Trinkverhalten vieler Menschen sind jedoch Ansätze für die Ursachen zu finden. Eine einseitige Ernährung, der viel Fleisch, Milchprodukte, und Wurstwaren beinhaltet, begünstigt die Bildung von Nierensteinen. Wer zu viel Milchprodukte zu sich nimmt, nimmt auch sehr viel Kalzium zu sich. In großer Konzentration kann Kalzium in den Nieren auskristallisieren. Fleisch und Wurstwaren haben einen hohen Eiweißanteil und führen zu einem erhöhten Purinwert im Blut. Purin wird dann zur Harnsäure verarbeitet. Auch daraus können sich Nierensteine entwickeln. Harnsäure ist jedoch nicht nur für die Nierensteinbildung verantwortlich, sondern kann auch Gicht verursachen. Flüssigkeitsmangel, Stoffwechselerkrankungen, und genetische Veranlagung spielen bei der Suche nach Ursachen eine übergeordnete Rolle.

Nierensteine verursachen nur selten Beschwerden

In den allermeisten Fällen verursachen Nierensteine keine Beschwerden. Der Grund dafür ist, dass die Nierensteine, oder Nierenkristalle meist mit dem Urin ausgeschieden werden. Die meisten Menschen mit Nierensteinen wissen nicht einmal, dass sie welche haben. Die Steine werden häufig im Rahmen einer Abdomensonographie, oder durch eine Ultraschalluntersuchung des Nierenbeckens eher zufällig entdeckt. Sind die Steine etwas größer und gelangen in den Harnleiter, können sie dort eine Reizung der Schleimhäute verursachen. In solchen Fällen kann sich Blut im Urin befinden (Hämaturie). Größere Steine können den Harnleiter sogar verschließen, die Folge sind Nierenkoliken, die sehr schmerzhaft sein können. Allerdings können die Steine über den Harnleiter in die Blase gelangen, und von dort in die Harnröhre wandern, wo sie erneut eine Schleimhautreizung verursachen. Auch in diesem Fall befindet sich Blut im Urin. Diesmal ist das Blut mit bloßem Auge sichtbar. Der Arzt spricht hier von Makrohämaturie. Nierenkoliken sind eine schmerzhafte Sache. Meist beginnen die Schmerzen in der Flankengegend, und wandern, bzw. strahlen dann in den Unterleib und Genitalien aus. Die Schmerzen empfinden die Betroffenen als krampfartig. Übelkeit, Erbrechen, oder sogar Fieber können die Schmerzen begleiten.

Diagnose von Nierensteinen mittels bildgebende Verfahren

Für die Diagnose sind bildgebende Verfahren notwendig. Nur mithilfe dieser Geräte kann man genaue Größe, Lage und Beweglichkeit der Steine deutlich erkennen. Auch die Anamnese kann dem Arzt bereits erste Hinweise über ein mögliches Nierensteinleiden geben. Eine Laboruntersuchung des Urins kann weitere Hinweise liefern. Bei vorhandenen Steinen befindet sich in aller Regel Blut im Urin, wenn auch in winzigen Mengen, so dass dies mit dem bloßen Auge nicht erkennbar ist. Eine Blutuntersuchung hilft dem Arzt dabei, die Nierenfunktion überprüfen zu können. Eine weitere Untersuchungsmöglichkeit ist die Ausscheidungsurographie. Diese Untersuchung erfolgt unter Röntgenkontrolle. Die Patienten erhalten vor der Untersuchung ein spezielles Kontrastmittel, das während der Untersuchung ausgeschieden wird. Diese Untersuchung darf jedoch nur durchgeführt werden, wenn keine akute Nierenkolik vorliegt.

Eine Therapie ist bei Nierensteinen nur selten erforderlich

Eine Therapie ist in den meisten Fällen nicht notwendig. In rund 80% der Fälle werden die Steine fast unbemerkt mit dem Urin ausgeschieden. Die Erhöhung der Trinkmenge, wenn Nierensteine abgehen, sorgt dafür, dass die Blase und die Nieren gut durchgespült werden. So wird die Ausscheidung der Steine zusätzlich noch begünstigt. Bei einer Nierenkolik sollte jedoch ein Arzt zu Rate gezogen werden. Krampflösende und Schmerzstillende Medikamente sorgen dafür, dass die Beschwerden gemildert werden können. Größere Steine, die ihre Lage in der Niere auch nicht verändern, kann man nicht mehr mit dem Urin ausscheiden. Hier sollte unbedingt ein Urologe aufgesucht werden, um die Steine fachmännisch zu entfernen. Hierfür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Bestimmte Arten von Nierensteinen können medikamentös aufgelöst werden. Bei anderen Arten kommt zum Beispiel die Zertrümmerung (Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie) in Frage. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, das mittels Ultraschallkontrolle durchgeführt wird. Dabei verbleiben die zerkleinerten Steine in der Niere und werden mit dem Urin nach und nach ausgeschieden. Diese Methode ist sehr effektiv. Zudem hinterlässt sie keine Narben. Die Erfolgsquote wird mit über 90% angegeben. Die Perkutane Nephrolitholapaxie kommt bei sehr großen Nierensteinen zum Einsatz. Hierbei wird, wie der Name schon vermuten lässt, ein kleiner Hautschnitt gemacht. Durch die kleine Öffnung wird ein Endoskop eingeführt. Auch hier kommen Stoßwellen zum Einsatz, um die Steine zu zertrümmern. Eine operative Entfernung von Nierensteinen wird heute fast nicht mehr durchgeführt. Nur noch in den seltensten Fällen greifen die Ärzte zu dieser Möglichkeit. Nierensteine, die sich im unteren Drittel des Harnleiters befinden, können mittels einer speziellen Schlinge entfernt werden. Insgesamt wird diese Methode allerdings auch nur recht selten angewendet.

Im Großen und Ganzen sind bei Nierensteinen kaum Komplikationen zu erwarten. Sollten wider Erwarten Komplikationen eintreten, äußern sich diese meist in Form von Harnstauungen, die dann entstehen, wenn die Steine den Harnabfluss verhindern. Der Verschluss bewirkt, dass sich hier Bakterien deutlich leichter einfinden können. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn Bakterien können weitere Erkrankungen und Entzündungen der Harnwege und der Nieren verursachen. Zu solchen Folgen kommt es jedoch nur sehr selten, denn wie bereits mehrfach erwähnt, die Steine werden in den allermeisten Fällen mit dem Urin ausgeschieden, häufig sogar unbemerkt.

Nierensteinen kann man gezielt vorbeugen. Viel trinken und auf eine gesunde und vor allem abwechslungsreiche Ernährung achten. Das ist das A und O in der „Nierenpflege“. Regelmäßige Bewegung ist genauso wichtig, ebenso eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht.

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Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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