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Niereninsuffizienz

Niereninsuffizienz

Die Niereninsuffizienz – Chronisches Nierenversagen beim Menschen

Nierenschwäche kann zu einer lebensbedrohlichen Situation führen. Von einer Nierenschwäche spricht der Arzt, wenn die Funktionalität der Nieren ständig fortschreitend verschlechtert. Diese fortschreitende Verschlechterung der Nierenfunktionen kann zu einem Nierenversagen führen. Dies stellt eine lebensbedrohliche Situation dar. Unsere Nieren erfüllen eine ganze Menge an Aufgaben. Dazu gehört nicht nur die Regulierung des Blutdruckes und des Wasserhaushaltes, sondern auch eine komplexe Filterfunktion. Gifte, Medikamente, und andere Substanzen, die sich im Blut befinden, werden in den Nieren ausgefiltert, zur Harn verarbeitet und ausgeschieden. So entgiften die Nieren unseren Körper und unser Blut. Besteht eine Einschränkung in diesem Entgiftungsprozess, können die Schadstoffe (Stoffwechselprodukte) nicht mehr herausgefiltert werden und verbleiben im Blut. Des Weiteren wird auch die Wasserausscheidung eingeschränkt. Die Folgen sind Ödeme, wenn sich das Wasser im Gewebe sammelt und nicht ausgeschieden werden kann. Zu einem vollständigen Nierenversagen kommt es, wenn über 90 bis 95% des Nierengewebes nicht mehr funktionieren.

Diabetes mellitus ist Ursache Nummer 1 für Niereninsuffizienz

Gesunde Nieren produzieren täglich um die 150-180 Liter Primärharn. Diese Menge durchläuft es komplexes Filtersystem in den Nieren, wobei die Sekundärharnmenge drastisch, auf etwa 1,5 bis 2 Liter reduziert wird. Einige Erkrankungen sind Ursache für verschiedene Nierenerkrankungen, aber auch bakterielle Infektionen können Nierenschäden hervorrufen. Obwohl die Nieren eine enorme Funktionsreserve haben, gehen solche Schädigungen nicht spurlos an ihnen vorbei. Irgendwann sind die Nierenkörperchen, und das Nierengewebe so stark geschädigt, dass die Nieren nicht mehr ihre Filterfunktion erfüllen können.  Diese enorme Funktionsreserve ist der Grund dafür, dass Nierenkrankheiten zunächst unbemerkt werden, da sie keine Beschwerden verursachen. Diabetes mellitus, chronische Harnweginfektionen, Entzündung der Nierenkörperchen, Nierentumore, sowie die Einnahme von starken Medikamenten, hier insbesondere Schmerzmittel über Monate, bis Jahre hinweg gelten als Ursachen für Nierenschäden.

Niereninsuffizienz zeigt Symptome erst im fortgeschrittenen Stadium

Nierenerkrankungen zeigen zunächst keine Symptome. So lange die noch gesunden Nierenkörperchen die Arbeit derer, die bereits zerstört sind übernehmen und erledigen können, hat man keine Beschwerden. Erkrankungen, die eine Nierenschädigung zur Folge haben könnten, sollten unbedingt ärztlich behandelt werden. Es ist wichtig, dass zwischendurch in bestimmten Abständen die Blut- und Urinwerte kontrolliert werden. Symptome treten in der Regel erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Meist fallen die geringen Urinmengen auf. Normalerweise sind es etwa anderthalb Liter, bei Nierenschäden nimmt die Menge drastisch ab. Bei einer Urinmenge weniger, als ein halber Liter, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen. Ödeme (Wasseransammlungen) im Körper, insbesondere in den Beinen ist ein Zeichen von Störung in der Wasserausscheidung. Dies könnte ein sicheres Zeichen für eine Nierenerkrankung sein. Wenn die Nieren krank sind, verändert sich die Farbe des Urins. Blut im Urin äußert sich in einer bräunlichen Farbe. Eiweiß dagegen lässt den Urin trübe und leicht milchig erscheinen. Schaumbildung ist hier auch möglich. Patienten mit Nierenerkrankungen klagen häufig über Müdigkeit, Knochenschmerzen, hohem Blutdruck, Appetitlosigkeit und Juckreiz, der sich über den ganzen Körper ausbreitet (beginnend in der Flankengegend).

Umfassende Untersuchungen sind bei Niereninsuffizienz Pflicht

Für eine einwandfreie Diagnose ist eine umfassende Untersuchung notwendig. Hier reicht die Befragung der Patienten nicht aus, und doch bildet sie einen  zentralen Punkt für weitere Untersuchungen. Nicht nur eine Blut- und Urinuntersuchung wird durchgeführt, auch die Menge des Urins gibt Aufschluss über eine mögliche Nierenerkrankung. Die Werte lassen häufig auf eine bestimmte Ursache schließen, deshalb sind diese Diagnoseverfahren unbedingt notwendig. Bildgebende Diagnosemethoden kommen beim Verdacht auf Nierenerkrankungen ebenfalls zum Einsatz. Bei Bedarf wird auch eine Nierenbiopsie durchgeführt. Hierbei wird eine winzige Gewebeprobe aus den Nieren entnommen und pathologisch untersucht.

Therapie bei Niereninsuffizienz: Diese Maßnahmen helfen

Besteht ein chronisches Nierenversagen, so ist der Vorgang nicht mehr rückgängig zu machen. Das Ziel einer Therapie ist hier, die genaue Ursache herauszufinden und diese zu bekämpfen. Zerstörtes Nierengewebe bleibt auch zerstört, diese lassen sich nicht mehr wiederherstellen, bzw. können sie sich nicht regenerieren. Die einzige Möglichkeit ist hier das Fortschreiten der weiteren Zerstörung zu verhindern. Im Rahmen der Therapie werden nicht nur die Grunderkrankungen behandelt, die die Nierenschwäche verursacht haben könnten, sondern auch die Folgeerkrankungen. Die Patienten müssen ausreichend Wasser zu sich nehmen. Da ihre Nieren jedoch nicht mehr einwandfrei funktionieren, wird die Wasserausscheidung mit Medikamenten (Diuretika) unterstützt. Nierenkranke Patienten haben eine Art Diät zu machen. Die Ernährung spielt eine besonders große Rolle bei Nierenerkrankungen. In vielen Fällen lässt sich aber das Voranschreiten der Gewebezerstörung nicht mehr aufhalten. Hier sind die Patienten meist auf Dialyse angewiesen. Als letzter Ausweg dient die Nierentransplantation.

Leider ist Nierenschwäche eine Erkrankung, die sich nicht heilen lässt. Somit sinkt die Lebenserwartung der Patienten enorm. Eine chronische Niereninsuffizienz schädigt zusätzlich das Herz. Über 50% der Patienten, die an einer chronischen Nierenschwäche leiden, sterben an Krankheiten, die das Herz- und Gefäßsystem angreifen. Ein Nierenversagen kann auch zu einer Harnvergiftung führen. Hier ist schnelles Handeln angesagt, sonst führt die Harnvergiftung zum Tod.

Diabetes mellitus ist die Nummer eins der Vorerkrankungen, die Niereninsuffizienz verursachen können. Hier gilt es: regelmäßig die Blutzuckerwerte kontrollieren, regelmäßige Arztbesuche zur Kontrolle der Blut- und Urinwerte. Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung trägt auch dazu bei, Ihre Nieren gesund zu halten. Eine unglaubliche Vielzahl von Medikamenten schädigen die Nieren. Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten weiß Ihr Arzt, was Sie einnehmen und kann auf Nebenwirkungen reagieren. Das größere Problem liegt bei rezeptfreien Präparaten. Deshalb sollte jede Medikamenteneinnahme mit dem Hausarzt, oder mit einem Facharzt im Vorfeld besprochen werden.

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Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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