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Nierenentzündung

Nierenentzündung

Nierenentzündung – Chronische oder akute Nierenerkrankung

Als Nierenentzündung werden allgemein alle akuten und chronischen Erkrankungen der Nieren und der Nierenkörperchen bezeichnet. Die Entzündung verursacht Störungen insbesondere in der Filterfunktion der Nieren. Ausscheidungen von Blut und Proteinen mit dem Urin sind weitere Begleitumstände einer Nierenentzündung. Bis die Erkrankung Beschwerden verursacht, vergeht häufig eine sehr lange Zeit, ja oft sogar Jahre. Der Grund für diese Verzögerung liegt in der Tatsache, dass die Nieren über eine enorme Funktionsreserve verfügen. Wenn es sich um eine akute Entzündung der Nierenkörperchen handelt, spricht man in der Medizin von einer Glomerulonephritis. Diese Erkrankung tritt besonders bei Kindern häufig auf. In der Regel ist die Krankheit harmlos, doch es kann sich daraus auch ein nephrotisches Syndrom entwickeln. Allgemein gilt die Nierenentzündung als seltene Erkrankung, deren Ursache in der Regel völlig unbekannt ist. Nichtsdestotrotz gilt die Erkrankung als zweithäufigste Ursache bei Nierenversagen.

Die Ursachen der Nierenentzündung sind häufig unbekannt

Die Ursachen sind bis heute noch nicht gänzlich geklärt. Trotzdem gibt es bestimmte Vermutungen, dass einige Erkrankungen Nierenentzündung verursachen können. Dazu gehören unter anderem Erkrankungen des Stoffwechsels, wie beispielsweise Diabetes mellitus. Drogenmissbrauch, Schmerzmittelmissbrauch, eine Fehlleitung der Immunreaktion, sowie Bakterien, die über die Harnleiter zu den Nieren vordringen können zählen ebenfalls zu den möglichen Ursachen. Auch ist es möglich, nach einer Streptokokken-Infektion, bei entzündlichen Erkrankungen anderer Organe (Herz, Leber, Lunge etc.), können die Erreger bis zu den Nieren verschleppt werden, wo diese dann eine Entzündung hervorrufen.

Welche Symptome treten bei einer Nierenentzündung auf?

Durch eine Nierenentzündung kommt es zu Störungen in der Filterfunktion der Nieren. Im Normalfall produzieren die Nieren täglich etwa 1-2 Liter Urin. Liegt eine Störung in der Filterfunktion vor, reduziert sich die tägliche Urinmenge drastisch. Die Nieren können nur noch etwa ein halbes Liter an Harn produzieren, oder sogar noch weniger. Meist treten Begleiterscheinungen auf, die sich vor allem in der Farbe des Harns bemerkbar machen. Trüber Urin ist ein Hinweis auf Eiweiß (Proteine) im Urin. Dunkler, bräunlicher Urin ist ein Zeichen dafür, dass sich Blut, oder Blutkörperchen im Urin befinden. Des Weiteren können Beschwerden auftreten, die eher körperlicher Natur sind. Kopfschmerzen, Müdigkeit, hoher Blutdruck, Fieber und Ödeme können ein Hinweis für eine Nierenerkrankung sein. Dumpfe Schmerzen und Juckreiz in der Nierengegend sind ein deutliches Zeichen für Nierenerkrankungen. Wichtig ist, dass Sie wissen, dass die Nieren eine lebenswichtige Funktion im Körper erfüllen. Wird mehr als 60% des Gewebes beider Nieren zerstört, kommt es zu starken Störungen in der Filterfunktion. Nierenprobleme müssen auf jeden Fall fachärztlich geklärt werden.

Diagnose und Therapiemöglichkeiten bei akuter Nierenentzündung

Für die Diagnose ist die Befragung der Patienten hilfreich. Des Weiteren werden verschiedene Laboruntersuchungen durchgeführt. Blut, oder Proteine im Urin sind ein deutliches Zeichen für eine bestehende Nierenentzündung. Eine akute Glomerulonephritis benötigt kaum medikamentöse Behandlung, sie heilt meist problemlos von alleine aus. Bei anderen Formen der Nierenentzündung haben die Ärzte die Möglichkeit, auf verschiedene Medikamente zurückzugreifen. Liegen die Ursachen im Drogen-, oder Medikamentenmissbrauch, so müssen diese umgehend abgesetzt werden. Eine chirurgische Entfernung der kranken Niere ist meist nur selten notwendig. Diese Operation zeigt sich notwendig, wenn ein chronisches nephritisches Syndrom diagnostiziert wurde.

Einzig die akute Glomerulonephritis heilt von alleine aus und ist somit als eher harmlos einzustufen. Chronische Entzündungskrankheiten der Nieren bedürfen einer längeren Heilungsphase, die sich über mehrere Monate ausdehnen kann. Nierenentzündung ist eine sehr seltene Erkrankung. Nur in etwa 20-30% der Fälle kann es zu bleibenden Schäden in den Nieren kommen. Bei Kindern liegen die Heilungschancen bei rund 90%, bei sonst gesunden Erwachsenen bei etwa 70-75%.

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Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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