Dialyse

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Die Dialyse – Blutwäsche gegen Nierenbeschwerden

Die Nieren haben eine wichtige Funktion. Sie reinigen das Blut von schädlichen Stoffen. Ohne die Arbeit der Nieren würde der Organismus in kurzer Zeit von diesen schädlichen Stoffen, mit verschiedenen Blutsalzen (Phosphaten) überschwemmt werden, weil diese nicht mehr ausgeschieden werden. Eine gesunde Niere produziert zudem ein Hormon für die Blutbildung, das Erythropoetin. Ein Mangel führt zur Blutarmut (Anämie), die Leistungsfähigkeit und Herz belastet. Des Weiteren hat die Niere eine Funktion für die Aktivierung von Vitamin D. Kann sie diese wichtigen Funktionen nicht mehr erfüllen, führt eine Nierenschwäche auch zu Schädigungen des Knochenbaus.

Eine drohende Anämie kann teils noch medikamentös verhindert werden. Kann die Niere auch die übrigen Aufgaben nicht mehr erfüllen, muss ihre Tätigkeit ersetzt werden. Ein schweres teilweises oder gänzliches Versagen der Nierentätigkeit ist somit akut lebensbedrohlich. Wenn es zu einer schweren Schwäche der Nierenfunktion kommt oder zum gänzlichen Nierenversagen, wird die Tätigkeit der Nieren durch künstliche Filtermembranen ersetzt. Diese Filtermembranen fungieren als Ersatz der Nieren für die Blutreinigung. Der Vorgang wird als Dialyse bezeichnet. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Arten der Anwendung der Dialyse. Bei der Hämodialyse wird ein Gerät faktisch als künstliche Niere verwendet. Die zweite Anwendungsmethode ist die Peritonialdialyse. Hier dient das menschliche Bauchfell als Membran für die Blutreinigung.

Durchführung einer Dialyse – so verläuft sie

Ist eine Dialyse bei einem Patienten absehbar, müssen die Venen geschont werden, die als Eingang für die Therapie fungieren sollen. Bei einem stationären Aufenthalt wird darauf gesehen werden, dass in diese Venen keine Dauerinfusionen gelegt werden. Die Anlage des Shunts für die Dialyse erfolgt meist über Venen des Unterarms, eine Vene des äußeren Oberarms und die Venen in der Ellenbeuge.

Eine Hämodialyse, bei der die Blutwäsche über eine künstliche Niere erfolgt, wird in der Regel in einemDialysezentrum einer Klinik vorgenommen. Sie erfolgt unter der Aufsicht von eigens hierfür geschultem Pflegepersonal und einem Ärzteteam. Meist wird die Dialyse dreimal in der Woche durchgeführt. Die Blutwäsche dauert drei bis vier Stunden. Der Patient muss sich an den streng festgelegten Behandlungsplan anpassen. Dies erfordert, dass die Patienten ihre Lebensgewohnheiten entsprechend umstellen müssen. Auch die berufliche Tätigkeit muss dem Dialyseplan angepasst werden.

Bei einer Hamodialyse wird das Blut außerhalb des Körpers in die künstliche Membran geleitet und dort gewaschen, dann wieder zurückgeleitet. Gleichzeitig werden bei der Hämodialyse dem Blut über ein Dialysat nicht nur die schädlichen Stoffe herausgefiltert, sondern auch notwendige Stoffe wieder zugeführt. Diese Art der Therapie wird bei einem akuten Nierenversagen, auch beispielsweise bei Vergiftungen, entweder für einige Tage angesetzt oder dauerhaft, wenn eine chronische fortgeschrittene Niereninsuffizienz (Nierenversagen) vorliegt.

Bei der Peritonealdialyse wird das Bauchfell als Filtermembran verwendet. Die Verordnung richtet sich nach der Schwere des Nierenleidens. Diese Dialyse führt der Patient zu Hause durch. Auch der Nahrungsplan ist hierbei weniger einschränkend als bei der Hämodialyse.

Dialyse mithilfe von Diäten – das müssen Patienten wissen

Die Dialyse kann die natürliche Nierentätigkeit nicht gänzlich ersetzten. Vorerkrankungen, Grunderkrankungen und das Alter des Patienten spielen eine entscheidende Rolle. Die Dialyse kann erfolgreich die, oft recht lange, Wartezeit auf eine Transplantation überbrücken.

Bereits vor dem Beginn einer Dialyse gibt es einzuhaltende Diätvorschriften. Vor der Dialyse gilt im Allgemeinen eine eiweißarme Diät und eine hohe Trinkmenge. Wird mit der Dialyse begonnen, ändern sich die Diätvorschriften stark. Dem Patienten wird dann ein individueller Diätplan aufgestellt. Grundsätzlich gilt dann jedoch eine stark reduzierte Trinkmenge und eine salzarme, phosphatarme und kaliumarme Ernährung. Die kaliumarme Kost ist sehr wichtig, da durch den Rückgang der natürlichen Urinausscheidung der Kaliumspiegel steigt, was zu schweren Herzstörungen bis zur Lebensbedrohlichkeit führen kann.

Gemieden werden sollten Müsli, Haferflocken, Nüsse, Trockenobst, Obst- und Gemüsesäfte, Bananen, Aprikosen, Pilze, Kartoffelfertiggerichte und sämtliche Diätsalze. Im Gegenteil zu sonstigen Ernährungsempfehlungen, gilt hier, dass Konserven und Tiefkühlkost ärmer an Kalium sind. Kartoffeln sollten vor dem Genuss klein geschnitten und lange gewässert werden. Dagegen sollte eiweißreich gegessen werden, also Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte. In eine angepasste Diät werden die Patienten oder Pflegepersonen von einem Diätassistenten speziell eingewiesen. Eine Dialyse-Diät muss besonders bei der Hämodialyse strengstens eingehalten werden.

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Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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