Gichtniere

Gichtniere

Die Gichtniere – Entstehung durch Befall bei Gicht

Die Gicht gehört zu den schmerzhaften Gelenkerkrankungen. Hervorgerufen wird die Krankheit durch zu viel Harnsäure im Blut. Die Harnsäurekristalle sind scharfkantig, setzen sich in Gelenken, aber auch in Organen, wie den Nieren, fest und führen dort zu schmerzhaften Entzündungen und Schädigungen. Für die Entstehung von Gicht ist die Ernährung von großer Bedeutung. Ein hoher Anteil von Fleisch bei der Ernährung spielt eine ebenso große Rolle wie ein hoher Alkoholkonsum, besonders regelmäßiger Genuss Alkohol, und Übergewicht. In den meisten Fällen beginnt die Gicht mit einem akuten Gichtanfall. Der Gichtanfall äußert sich mit heftigen Schmerzen im jeweils betroffenen Gelenk. Das Gelenk ist geschwollen und gerötet, es kann Fieber dazu kommen.

Befallen werden vom akuten Gichtanfall vorrangig die Gelenke der großen Zehen, das Sprunggelenk, das Kniegelenk, die Fingergelenke, Daumengelenk und Handwurzel. Vielfach tritt ein solcher Anfall in der Nacht nach schweren, fettigen, fleischreichen Mahlzeiten und reichlichem Alkoholgenuss auf. Harnsäure-Kristalle haben sich bereits zuvor im Gelenk angesammelt. Wird die Gicht nicht sofort behandelt und erfolgt nicht auch gleichzeitig eine grundsätzliche Umstellung der Ernährung, kommt es zu einer Häufung von Gichtanfällen. Die Gicht kann schließlich chronisch werden. Sie befällt nicht nur nach und nach mit den typischen Gichtknoten immer mehr Gelenke, sondern auch innere Organe.

Erste Symptome einer Gichtniere bei Auftreten von Gicht

Die Gefahr, dass sich die Gicht auf innere Organe ausbreitet, steigt, wenn die Gicht nicht sofort konsequent behandelt und auch die Vorschriften für eine Änderung der Ernährung nicht befolgt werden. Ebenso kann sich die Gicht weiter entwickeln und ausbreiten, wenn eine Behandlung vorzeitig abgebrochen wird. Es kommt dann nicht nur zu den deutlichen Gichtzeichenan den entzündeten und stark geschwollenen und geröteten Gelenken, sondern solche Prozesse spielen sich auch in Organen, insbesondere in den Nieren, ab. Die Gicht fördert das Entstehen von Nierensteinen. Sind die Kristalle der Nierenstein klein, so kann ihre Ausscheidung gefördert werden. Bei großen Nierensteinen und Blasensteinen werden diese entweder durch Ultraschall zertrümmert und dann ausgeschieden oder eine Operation ist notwendig.

Die eigentliche Gichtniere ist davon gekennzeichnet, dass es durch eine zu hohe Harnsäureablagerung zur Verstopfung der Niere kommt. Die Folgen sind Bluthochdruck und die Gichtniere kann bis zum Nierenversagen und der Notwendigkeit einer Dialyse führen. Der Zustand kann lebensbedrohlich sein, wenn nicht umgehend eine Behandlung einsetzt. Über die Nieren hinaus können sich bei unbehandelter Gicht Gichtknoten auch in anderen Organen bilden, außerdem als gelblich-weiße Knoten in der Haut.

Risikofaktoren, Ursachen und Behandlung einer Gichtniere

Risiko für die Entstehung von Gicht sind Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht, Diabetes mellitus und andere Grunderkrankungen, sowie hoher Alkoholkonsum. Es wird unterschieden zwischen der primären Gicht und sekundären Gicht. Die primäre Gicht ist auf angeborene Stoffwechselfehler, eine falsche Ernährung, Alkohol und in seltenen Fällen auf einen erblichen Enzymdefekt zurückzuführen. Sie hat einen Anteil von 95 % bei den an Gicht Erkrankten. Bei der sekundären Gicht führen Grunderkrankungen zu einem erhöhten Harnsäurespiegel. Ursachen können starke Verbrennungen und Verletzungen sein, ebenfalls Grunderkrankungen wie Leukämie, Tumore, aber auch die Schuppenflechte.

Die Behandlung wird sich erst einmal auf die Linderung der heftigen Schmerzen und dieBehandlung der Entzündungen richten, wenn die Behandlung rechtzeitig einsetzt. Ist es bereits zu einem chronischen Verlauf mit schwerer Nierenschädigung und Befall anderer Organe gekommen, werden Maßnahmen wie die zeitweilige Dialyse und Behandlungen zur Funktionsstabilisierung der befallenen Organe vordringlich sein. Auch bei einer noch so intensiven medizinischen Therapie und der Gabe von Medikamenten wird eine Gicht nicht einzudämmen sein, wenn nicht umgehend und konsequent eine Umstellung der Ernährung vorgenommen wird. Liegen bereits schwere Schäden der Nieren vor, die akut behandelt werden müssen, wird eine ärztlich angeordnete Diät auch diesbezüglich noch zu befolgen sein.

Den meisten Fällen von Gicht, mit allen Folgeerkrankungen, einschließlich der schweren Schädigung der Nieren, kann gut vorgebeugt werden. Mit einer ausgewogenen Kost, die nicht zu fleischreich ist, einem Abbau oder der Vermeidung von Übergewicht, dem nur maßvollen Genuss von Alkohol kann die Gicht vielfach verhindert werden. Wenn es jedoch zu einem Gichtanfallkommt, muss sofort ein Arzt aufgesucht und eine entsprechende Therapie angeordnet werden.

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Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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