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Beinwell – Besonderes Heilmittel der Natur

Beinwell, wiederentdecktes Natur- (Wunder)Mittel, ist im Volksmund unter vielen Namen bekannt. So wird die Heilpflanze auch Waldwurz, Wundallheil, Wallwurz, Beinbruchwurzel, Schadheilwurzel, Wundwurzel, Milchwurzel, Schneewurzel oder Schmeerwurz genannt. Die zu neuer Beliebtheit gekommene krautige Pflanze mit lila Blüten wächst in Europa und Asien. Seit langer Zeit wird Beinwell als Heilmittel für gebrochene Knochen und bei Gewebeverletzungen mit großem Erfolg verwendet. Der botanische Name „Symphytum“ kommt vom griechischen „symphyomai“, was „zusammenwachsen“ bedeutet. Ebenso ist „wellen“ oder „wallen“ im Altdeutschen gleichbedeutend mit „zusammenwachsen“, woraus sich wiederum die deutsche Bezeichnung Beinwell oder der schweizerische Name Wallwurz herleiten.

Beinwell galt schon bei griechischen und römischen Ärzten als heilendes Kraut. So bereitete z.B. Glaukus, ein Militärarzt der alten Römer bei Knochenbrüchen, Blutergüssen und Quetschungen eine Wurzelbreiauflage zur Behandlung der Verletzungen und Paracelsus räumte der Heilwirkung der Beinwellwurzel in seinen Werken bereits einen gebührenden Platz ein. Inzwischen ist die heilende Wirkung der verschiedenen Inhaltsstoffe des Beinwells längst auch wissenschaftlich untermauert. So ist z.B. der im Beinwell enthaltene Wirkstoff Allantoin für das Zellwachstum sehr wichtig, denn nur das Allantoin kann in Kombination mit Schleimstoffen zur Neubildung verletzten Gewebes anregen. Cholin wiederum hemmt die Bildung von Ödemen und fördert gleichzeitig die Durchblutung. Antimikrobiell wirken die Gerbstoffe im Beinwell.

Vom Altertum in die Neuzeit: Beinwell als Arzneimittel im Wandel der Zeit

Von der früher auch üblichen Anwendung der Heilpflanze bei offenen, eiternden Wunden und bei Geschwüren bzw. offenen Entzündungsherden ist man allerdings in der Neuzeit abgekommen, seitdem eine leicht toxische Wirkung der in der Heilpflanze enthaltenen Alkaloide als erwiesen gilt. Trotz dieser Einschränkung ist Beinwell auch heute noch ein Universal-Kraut und hilft bei zahlreichen Verletzungen schmerzstillend und entzündungshemmend. So wird vor allem die Wurzel in Salben und Gels verarbeitet. Grundsätzlich wendet man die diversen Beinwell -Zubereitungen nur äußerlich an. Fertigpräparate werden sowohl von Pharmazeuten als auch verschiedenen sich auf Naturheilmittel spezialisierten Firmen hergestellt und entweder in Apotheken oder im Direktverkauf an den Endkunden vertrieben. Es ist aber ebenso möglich, für Umschläge einen Sud oder Brei aus getrockneter Wurzel und abgekochtem Wasser selbst herzustellen. Sud bzw. Brei streicht man dann auf ein Baumwolltuch und bedeckt pro Anwendung für zwei bis vier Stunden die zu behandelnde Stelle damit.

Die Anwendungsmöglichkeiten von Beinwell sind erstaunlich vielfältig

So wirken Sud und Brei oder käuflich erworbene Salben und Gels u.a. heilend bzw. schmerzlindernd bei

  • Sehnenscheidenentzündungen,
  • Muskelzerrungen,
  • Verstauchungen,
  • Schwellungen,
  • Blutergüssen (Hämatomen),
  • Prellungen,
  • Quetschungen,
  • rheumatischen Beschwerden (rheumatoide Arthritis),
  • Gichtknoten,
  • Knochenhautentzündungen,
  • Arthrose sowie
  • Narbenschmerzen und Schnittwunden.

Besonders wohltuend und entlastend wirkt Beinwell bei Wadenkrämpfen, nach sportlichen Betätigungen und anderen Überbelastungen des Bewegungsapparates.

Heilpraktiker Felix Teske



Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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