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Verletzungen und Wundversorgung – das sind die richtigen Maßnahmen

Ob im Haushalt, bei der Gartenarbeit, im Beruf oder beim Sport: schon wenige Sekunden Unaufmerksamkeit reichen aus und man hat sich eine Verletzung oder Wunde zugezogen.

Verletzungen und WundversorgungVerletzungen sind durch äußere Einwirkungen verursachte Verwundungen am menschlichen Körper. Durch äußeren Gewalteinfluss kommt es zur Zerstörung von Hautgewebe, aber auch Blutgefäße, Nerven, Muskeln oder sogar Knochen und Organe können in Mitleidenschaft gezogen werden. Krankheitserreger und Bakterien können schneller in den Körper gelangen und das Risiko einer Infektion, insbesondere mit Tetanuserregern, steigt.

Schürfwunden, Schrammen oder ein Schnitt in den Finger: Verletzungen passieren oft ganz schnell. Die Wunden sind durch Schmerzen und Blutungen für den Betroffenen gekennzeichnet.

Verletzungen durch Wundversorgung richtig behandeln


Kleinere Wunden, die nicht stark bluten, kann man selbst versorgen. Um die eigene Sicherheit (auch als Ersthelfer) zu gewährleisten, sollte man Einmalhandschuhe anziehen und die Wunde nach Möglichkeit nicht berühren.

Ist die Wunde stark verschmutzt, sollte man sie mit lauwarmen Leitungswasser abspülen.

Sind Fremdkörper wie Splitter oder Steinchen in die Wunde gedrungen, sollte man diese nur von einem Arzt entfernen lassen, auf gar keinen Fall auf eigene Faust herausziehen. Am besten ist es, die Wunde keimfrei abzudecken und einen Arzt verständigen. Lediglich kleinere Splitter kann man behutsam mit einer Pinzette selbst entfernen.

Geeignete Wundversorgungsmittel bei Verletzungen

Ist ein Wunddesinfektionsmittel zur Hand, kann man damit die Wunde direkt nach der Reinigung etwas entkeimen und die Infektionsgefahr reduzieren.

Anschließend wird die Wunde mit einem Pflaster oder einer Kompresse abgedeckt und somit vor weiteren äußeren Einflüssen geschützt. Der Betroffene sollte auf jeden Fall gegen Tetanus geimpft sein, da sonst selbst kleinste Wunden schwere Infektionen mit starken Krämpfen hervorrufen können, die sogar tödlich verlaufen können.

Gegen stark blutende Wunden bietet sich ein Druckverband als Erste-Hilfe-Mittel an. Hierzu legt man eine Kompresse auf die betroffene Stelle und umwickelt sie 2 bis 3-mal mit einem Verband. Nun wird ein zweites, noch verschlossenes Verbandspäckchen als Druckpolster auf die Verletzung gelegt und mit dem verbleibenden Verband umwickelt. Unbedingt den Notarzt zu Hilfe rufen.

Die Wunde sollte man stets im Auge behalten und den Heilungsprozess verfolgen. Heilt die Wunde nur schlecht oder entzündet sich sogar, wird ein Arztbesuch dringend empfohlen. Bei größeren Wunden sollte man ohnehin einen Arzt verständigen.

Schürfwunden sind Verletzungen der Hautoberfläche, die man sich z.B. durch Stürze zuzieht. Die Wunde ist schmerzhaft und oftmals großflächig. Verschmutzungen der Wunde sind keine Seltenheit. Kleine Schürfungen heilen relativ schnell, am besten offen an der Luft. Größere Schürfwunden sollten unbedingt gereinigt, desinfiziert und mit Kompressen abgedeckt werden. Eine Untersuchung der Wunde vom Arzt ist zu empfehlen.

Hat man sich Schnittwunden z.B. durch ein Messer zugezogen, sollte man die Wunde unter kühlem bis lauwarmen Wasser reinigen und anschließend mit einem Pflaster oder Schnellverband versorgen. Bei größeren oder tieferen Schnittwunden sollte man sich ärztlichen Rat einholen.

Auch Platzwunden entstehen meist durch dumpfe Gewalt (z.B. Sturz) und sind mit klarem Wasser zu reinigen. Da solche Wunden eine hohe Infektionsgefahr haben, unbedingt mit Desinfektionsmittel behandeln und steril abdecken. Die Ränder der Wunde sind unregelmäßig und man blutet stark.
Bei Bisswunden durch Tiere kann man sich ebenfalls schnell infizieren, da Krankheitserreger über den Speichel des Tieres in den menschlichen Organismus gelangen können. Bisswunden am besten vom Mediziner untersuchen lassen. Zudem kann die Gefahr bestehen, sich mit Tollwut infiziert zu haben.

Auch bei Stichwunden, die durch Messer oder andere spitze Gegenstände hervorgerufen sind, ist ein Arztbesuch bzw. der Notarzt-Ruf unverzichtbar. Äußerlich mögen die Verletzungen vielleicht harmlos erscheinen, doch es könnte gegebenenfalls zu inneren Blutungen durch beschädigte Organe kommen. Messer oder dergleichen sollten nur vom Arzt entfernt werden.



Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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