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Speicheldrüsenentzündung

Speicheldrüsenentzündung

Speicheldrüsenentzündung – Die schmerzhafte Folge des Speichelsteins

Die Speicheldrüsenentzündung entsteht durch Speichelsteine, die sich in der Speicheldrüse verklemmen. Diese Speichelsteine bestehen hauptsächlich aus Kalziumphosphat und -karbonat. Der Speichel kann nicht mehr abfließen und sammelt sich in der Drüse. Dies stellt einen Nährboden für Bakterien und Viren dar, die Entzündungen hervorrufen können. Zu Speichelsteinen kommt es aufgrund einer veränderten Speichelzusammensetzung oder Vorerkrankungen, die eine Verengung des Speichelkanals mit sich bringen, wie etwa Mukoviszidose und Mumps.

Viele Patienten haben auch Nieren- und/oder Gallensteine. Die Speicheldrüsenentzündung macht sich durch Anschwellen, Rötung, starke Schmerzen und evtl. Fieber bemerkbar. Um die Entzündung zu therapieren verschreibt der Arzt Antibiotika. Der Speichelstein wird operativ oder anderweitig entfernt. In 80% der Fälle tritt die Speicheldrüsenentzündung einseitig auf. Meist sind Personen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr betroffen. In Deutschland erkranken jährlich rund 5000 Menschen an Speichelsteinen. Speichelsteine entstehen hauptsächlich in den großen Speicheldrüsen, welche täglich etwa 1,5 bis 2 Liter Speichel produzieren. Meist ist die Unterkieferspeicheldrüse betroffen. In Ohrspeicheldrüse und Unterzungendrüse kommt es seltener zu Speichelsteinen.

Ursachen einer Speicheldrüsenentzündung

Meist kommt es zu einer Speicheldrüsenentzündung aufgrund von Speichelsteinen. Der Stein blockiert den Speichelkanal, wodurch der Speichel nicht mehr abließen kann. Im gestauten Speichel kommt es zu Entzündungen, aufgrund von Viren oder Bakterien, die sich in diesem Sekret vermehren. Neben Speichelsteinen können Narben, Verletzungen und Tumore die gleiche Wirkung haben.

Eine Stomatitis (Mundschleimhautentzündung), den Speichelfluss vermindernde Medikamente (wie Antihistaminika, Tabletten gegen Herzbeschwerden und Depressionen, sowie entwässernde Mittel) oder schlechte Mundhygiene können eine Speicheldrüsenentzündung zudem begünstigen. Krankheiten, welche die Speicheldrüsen verengen sind unter anderem Mumps, die Zytomegalie und das Coxsackie-A-Virus. Seltener kommt es zu Speicheldrüsenentzündungen aufgrund von Autoimmunerkrankungen und Kollagenossen.

Welche Beschwerden treten bei einer Speicheldrüsenentzündung auf?

Bei der Speicheldrüsenentzündung kommt es zu meist einseitigen Schwellungen und Schmerzen, der betroffenen Drüse. Die Speicheldrüse wird hart und es kommt aufgrund der Entzündung häufig zu Fieber. Bei Mumps kann dies auch beidseitig sein. Über der geschwollenen Drüse ist die Haut gerötet und im Vergleich zur Umgebungstemperatur wärmer. Beim Essen steigert sich der Schmerz, weil dann mehr Speichel gebildet wird, welcher nicht abfließen kann und den Druck noch erhöht. Es kann dazu führen, dass Eiter in den Mund austritt. Besteht eine Entzündung der Ohrspeicheldrüse, so ist das Kauen meist schmerzhaft. Die Kaumuskulatur und Kiefergelenke liegen nahe, weshalb manchmal ein Öffnen des Mundes unmöglich wird.

Diagnose und Therapie bei einer Speicheldrüsenentzündung

Zuerst tastet der HNO-Arzt betroffene Stelle ab, wodurch sich bereits Eiter entleeren kann. Davon wird ein Abstrich gemacht, der labortechnisch untersucht wird, um den Krankheitserreger nachweisen zu können. Außerdem sucht der Arzt nach anderen Entzündungsherden im Mundbereich. Neben dem Abstrich kann auch eine Blutabnahme Aufschluss über eine Entzündung geben. Um Speichelsteine zuverlässig feststellen zu können ist Ultraschall die sicherste Methode. Es können dadurch Steine ab einer Größe von 1,5 mm fast zu 100% entdeckt werden. Darüber hinaus ist es möglich andere Krankheiten, wie etwa ein Abszess oder Tumor auszuschließen. In wenigen Fällen sind weitere Untersuchungsmethoden notwendig. Dazu zählt die Magnetresonanztomographie, die Endoskopie des Speichelgangs, eine Computertomographie oder eine Feinnadelpunktion, um Gewebe zu entnehmen.

In gewissen Fällen entscheidet sich der Arzt für eine Sialgraphie, bei der eine kontrastgebende Flüssigkeit in den Speichelkanal gespritzt wird. Sie breitet sich im Drüsensystem aus und liefert mit Hilfe von Röntgenbildern genauere Ergebnisse über Hindernisse, wie Steine und Verengungen. Handelt es sich um eine bakterielle Entzündung, so verordnet der Arzt Antibiotika und entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente. Um die Heilung zu beschleunigen helfen weiche Nahrung, viel Flüssigkeit, kühlende Umschläge und richtige Mundhygiene. Es ist ratsam, den Speichelfluss anzuregen.

Dies kann durch saure Kaugummis, Säfte oder Bonbons geschehen. Diese sogenannten Speichellocker regen die Speichelbildung an, wodurch die Speicheldrüsen gereinigt werden. Dies kann sogar einen Stein aus der Drüse befördern. Wenn sich ein Abszess im Speichelkanal gebildet hat, so muss dieser gespalten werden, damit das Eiter abfließen kann. Besteht der Verdacht auf einen Tumor, so muss die Speicheldrüse entfernt werden. Bei Speichelsteinen hängt die Therapiemaßnahme von Größe und Lokalisation ab.

Befindet sich der Stein nahe des Drüsenausgangs, so genügt eine Gangschlitzung oder Massagen, um den Stein nach draußen zu befördern. Eine extrakorporale Stoßwellenlithotripsie wird bei Speichelsteine angewandt, die bis zu acht Millimeter groß sind und tief im Gangsystem liegen. Dazu werden Ultraschallwellen auf den Speichelstein gerichtet, wodurch dieser in Konkremente zerfällt und mit dem Speichelfluss nach aussen befördert werden kann. Bei Steinen, die größer als acht Millimeter sind oder die sich zu tief im Drüsengewebe befinden wird stets eine Operative Entfernung der Drüse angeraten. Hierzu bedarf es einem Krankenhausaufenthalt von etwa einer Woche.

Kann einer Speicheldrüsenentzündung vorgebeugt werden?

Wird die Speicheldrüsenentzündung nicht rechtzeitig behandelt, so kann es zu einem Abszess kommen. Wenn dieser aufbricht, so kann sich das Eiter nach außen oder in den Halsraum entleeren. Dies kann zu weiteren Infektionen, bis hin zur Blutvergiftung führen. Treten Speicheldrüsenentzündungen chronisch auf, vernarbt das Gewebe, wodurch kaum noch Speichel produziert werden kann. Durch die Antibiotische Behandlung heilt eine Speicheldrüsenentzündung meist vollständig aus. Wird eine Drüse entfernt, so hat dies keine weiteren Auswirkungen auf die Speichelbildung.

Diese wird von den anderen Drüsen übernommen. In sehr seltenen Fällen kommt es bei der Operation zu einer Schädigung eines Gesichtsnervs oder zu einer Gesichtslähmung. Wurde ein Speichelstein diagnostiziert, so sollte dieser unumgänglich entfernt werden, damit im weiteren Verlauf keine Speicheldrüsenentzündung entsteht. Ausreichende Mundhygiene und Flüssigekeitsaufnahme helfen, einer Entzündung vorzubeugen. Saure Kaugummis, Bonbons und Getränke fördern den Speichelfluss, wodurch die Drüsen gereinigt werden.

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Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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