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Grüner Star

Grüner Star

Grüner Star – Erkrankung am Glaukom mit steigendem Alter

Als Glaukom werden einige Augenerkrankungen bezeichnet, wo eine Schädigung des Sehnervs vorhanden ist, verursacht meist durch einen erhöhten Augeninnendruck. Solche Erkrankungen können zur vollständigen Erblindung führen, sofern keine Behandlung erfolgt. Glaukome sind relativ häufig. Etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung sind an einem Glaukom erkrankt, darunter überwiegend Menschen über 70. Das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Die Problematik besteht darin, dass sich der grüne Star schleichend entwickelt. Wenn Betroffene Gesichtsfeldeinschränkungen bei sich beobachten, ist die Erkrankung meist bereits sehr weit fortgeschritten. Eine Früherkennung ist deshalb sehr wichtig. Empfohlen wird die Früherkennung ab dem 40. Lebensjahr, sowohl bei Frauen, als auch bei Männern. In der Medizin werden fünf verschiedene Formen von Glaukomen unterschieden. Am häufigsten tritt das so genannte primäre Offenwinkelglaukom auf. Hier spielt die Früherkennung eine besondere Rolle, denn früh genug erkannt, kann diese Form mit medizinischen Augentropfen relativ gut behandelt werden. Eine weitere Form stellt das akute Glaukom dar. Diese Form gilt als medizinischer Notfall. Der Grund dafür ist die schnelle Fortschreitung der Erkrankung. Wird hier nicht rechtzeitig gehandelt, führt die Krankheit zur Erblindung. Zwei weitere Formen sind das angeborene Glaukom, sowie das sekundäre Glaukom. Letztere ist die Folge einer anderen Erkrankung, wie z.B. Diabetes mellitus. Eine besondere Form des primären Offenwinkelglaukoms ist das Normaldruckglaukom. Hierbei ist der Augeninnendruck nicht erhöht. Glaukome werden in der Regel mit Augentropfen behandelt, sofern dies jedoch als Therapie nicht ausreicht, kommen noch Operationen z.B. mittels Lasertechnologie infrage.

Erhöhter Augeninnendruck ist Hauptursache beim grünen Star

Hornhaut und Linse werden nicht durch Blut mit Nährstoffen versorgt, sondern durch zwei Augenkammern, die mit Kammerwasser gefüllt sind. Durch diese Flüssigkeit werden Hornhaut und Linse mit allen wichtigen Nährstoffen ausreichend versorgt. Das Kammerwasser wird ständig vom Halteapparat der Linse produziert. In die Vorderkammer gelangt das Kammerwasser zwischen Iris und Linse durch die Pupille. Durch den Kammerwinkel fließt das Kammerwasser in die Blutbahn. Dieser Abfluss ist sehr wichtig, damit ist ein ständiger Austausch des Kammerwassers erfolgen kann. Ist der Abfluss blockiert, entsteht ein Stau, der wiederum zu einem erhöhten Augeninnendruck führt. Der erhöhte Augeninnendruck kann den Sehnerv schädigen.

Einzige Ausnahme bildet der Normaldruckglaukom, die eine besondere Form des chronischen Offenwinkelglaukoms ist. In diesem Fall ist der Augeninnendruck nicht erhöht, die Patienten weisen trotzdem Schäden in den Augen auf, die typisch für ein Glaukom ist. Beim Normaldruckglaukom liegt in vielen Fällen eine Durchblutungsstörung der Augen vor. Werden die Netzhautzellen mangeldurchblutet, können sie absterben. Dies führt zu den typischen Beschwerden. Die Liste der Ursachen ist damit jedoch noch bei weitem nicht beendet. Eine ganze Reihe von Faktoren kann Glaukom verursachen. Menschen ab dem 55. Lebensjahr haben ein erhöhtes Risiko, an Glaukom zu erkranken. Genetische Veranlagung spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von grünem Star. Insbesondere Menschen, in deren Familie (Verwandte ersten Grades) Glaukom gehäuft vorkam, haben ein erhöhtes Risiko, an Glaukom zu erkranken. Einige Ursachen liegen in der Lebensführung. Rauchen zum Beispiel ist eine der Ursachen, die hier genannt werden können. Bestimmte Vorerkrankungen zählen auch zu den Ursachen. Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Diabetes mellitus, zu niedriger diastolischer Blutdruckwert, zu hohe Cholesterin- und Blutfettwerte, Bluthochdruck, schwerwiegende Entzündungserkrankungen der Augen, Migräne, Raynaud-Syndrom, aber auch zu starke Kurz- oder Weitsichtigkeit können die Entstehung von Glaukom begünstigen. Eine Kortisontherapie über längere Zeit kann das Risiko ebenfalls erhöhen, was jedoch keineswegs bedeuten soll, dass jede Therapie, wo Kortison als Wirkstoff Verwendung findet, Glaukome verursacht!

Grüner Star verursacht zu Beginn keine Beschwerden

Am häufigsten tritt das primäre Offenwinkelglaukom auf. Das Tückische an der Erkrankung ist, dass sie schleichend voranschreitet. Eine beginnende Erkrankung wird vom Betroffenen selbst in der Regel gar nicht erst bemerkt. Als erstes Symptom nehmen die Betroffenen einen hellen Kranz, oder Ring um Lichtquellen (Lampen) wahr. Bleibt eine Behandlung aus, wird der Sehnerv weiter geschädigt, die Folge kann völlige Erblindung sein.

Ein akuter Glaukomanfall hat folgende Symptome:

  • Heftige Schmerzen im Kopf und Augen
  • Der Augapfel ist verhärtet, das betroffene Auge ist stark gerötet
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Sehstörungen, Verschlechterung des Sehvermögens

In einigen Fällen auch:

  • Herzrasen
  • Bauchkrämpfe

Der Anfall kann nach wenigen Sekunden auch plötzlich wieder verschwinden, nur um später immer wiederzukehren. In einigen Fällen bleibt der Anfall über mehrere Tage hinweg, ohne, dass die Betroffenen dies bemerken. Die angeborene Glaukomerkrankung tritt bei Kleinkindern auf, meist noch vor ihrem zweiten Geburtstag. Betroffene Kinder haben ungewöhnlich große Augen, die jedoch auf dem ersten Blick nicht als Unschön empfunden werden. Eher trifft das Gegenteil zu. Betroffene Kinder scheuen das Licht, haben häufig mit vermehrtem Tränenfluss zu kämpfen und reiben häufig ihre Augen. Lidkrämpfe können ebenfalls auftreten. Das sekundäre Glaukom verursacht zunächst keine Beschwerden. Wenn Beschwerden auftreten, dann sind es die eines primären Offenwinkelglaukoms. Weitere Beschwerden sind die der Grunderkrankung.

Augeninnendruckmessung als wichtigste Diagnosemethode bei grünem Star

Für die Diagnostik steht die Augeninnendruckmessung, die Tonometrie im Vordergrund. Bei einem gesunden Menschen liegt der Augeninnendruck unter 20mmHg. Ein erhöhter Augeninnendruck kann erste Hinweise für eine Glaukomerkrankung liefern. Je nach Form von grünem Star sind weitere, bzw. andere Untersuchungen notwendig. Beim Offenwinkelglaukom spielt für die Diagnostik die Bestimmung des Gesichtsfeldes und des Augenhintergrundes eine wichtige Rolle. Nicht immer geben die Untersuchungen in ihrer Gesamtheit eine absolut sichere Diagnose. Hier sind nicht selten Verlaufskontrollen nötig, in einigen Fällen sogar über Jahre hinweg. Hier gibt die genaue Dokumentation aller Ergebnisse Aufschluss und dient so zur Diagnosesicherung. Beim akuten Glaukom stehen die Symptome und Beschwerden im Vordergrund. Weitere Untersuchungen, insbesondere die Werte der Tonometrie und die Beurteilung vom Augenhintergrund helfen dabei, die Diagnose zu stützen. Zusätzlich wird die Vorderkammer untersucht. Beim sekundären Glaukom liefern Symptome, die Werte der Tonometrie, sowie die Beurteilung des Augenhintergrundes wichtige Anhaltspunkte. Des Weiteren spielt auch die Grunderkrankung für die Diagnose eine zentrale Rolle. Die Diagnostik beim angeborenen Glaukom gestaltet sich etwas komplexer, hier müssen die Kleinkinder unter Vollnarkose untersucht werden.

Bei grünem Star ist die Senkung des Augeninnendrucks sehr wichtig

Zunächst wird angestrebt, den Augeninnendruck zu senken. Dies ist beim primären Offenwinkelglaukom mit Medikamenten, meist in Form von Augentropfen möglich. Bei der Behandlung kann der Arzt einen Wirkstoff einsetzen, oder mehrere Wirkstoffe miteinander kombinieren. Allerdings reichen die Augentropfen nicht immer aus, um gute Erfolge erzielen zu können. In solchen Fällen kann versucht werden, mittels Lasertechnologie eine Augenoperation durchzuführen. Der Erfolg ist jedoch in solchen Fällen relativ gering. Der Augeninnendruck kann nur geringfügig gesenkt werden. Auch ist das Ergebnis leider nicht von langer Dauer. Eine Alternative bietet hier die konservative Operation. Im Rahmen des Eingriffs wird ein künstlicher Abfluss für das Kammerwasser geschaffen. Der Eingriff erfolgt unter lokaler Anästhesie. Ein akutes Glaukom stellt einen medizinischen Notfall dar. Hier muss man sofort handeln. Zunächst wird der Augeninnendruck mittels Augentropfen gesenkt, im Anschluss wird operiert.  Auch hier kommt die Laserbehandlung infrage. Beim angeborenen Glaukom ist die Operation das Mittel der Wahl. Hier kommt nur ein chirurgischer Eingriff als Therapiemaßnahme in Betracht.

Wird grüner Star nicht behandelt, so führt die Erkrankung in allen Fällen zur Erblindung. Sind bereits Einschränkungen des Gesichtsfeldes eingetreten, so lässt sich der Schaden nicht mehr beheben. Beim primären Offenwinkelglaukom spricht man von einem chronischen Verlauf, denn die Erkrankung langsam und über Jahre hinweg verläuft. Wird die Erkrankung beizeiten entdeckt und diagnostiziert, so kann mit einer gezielten Therapie das weitere Fortschreiten der Erkrankung gestoppt, oder zumindest verlangsamt werden. Der Verlauf vom akuten Glaukom hängt in erster Linie davon ab, ob und wie schnell medizinische Hilfe geleistet wird. Ohne sofortige Therapie führt die Erkrankung sehr schnell zur Erblindung. Beim angeborenen Glaukom führt an einer Operation kein Weg vorbei. Doch trotz Operation bleiben in der Regel Schäden bestehen. Die Sehschärfe ist häufig herabgesetzt, was man getrost in Kauf nehmen kann, denn durch die Operation kann eine Erblindung verhindert werden.

Früherkennung heißt das Zauberwort. Ab dem 40. Lebensjahr ist es empfohlen, jährlich, oder mindestens alle drei Jahre, eine augenärztliche Untersuchung durchführen zu lassen. Dabei wird auch der Augeninnendruck gemessen. Diese Messung ist völlig schmerzlos und dauert nur zwei-drei Sekunden. Patienten, die bereits eine Prellung, oder andere Verletzung am Auge hatten, sollten die Untersuchung in jedem Fall jährlich durchführen lassen.



Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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