Startseite / Heilpflanzen / Enzian – Die Gebirgsblüte als Arzneimittel

Enzian – Die Gebirgsblüte als Arzneimittel

Der Gelbe Enzian ist eine besondere Variante des Enzians und kann ein sagenhaftes Alter von bis zu 60 Jahren erreichen. Aufgrund ihrer langen Lebenszeit, fängt die Pflanze erst nach etwa 10 Jahren an zu blühen. Sie wächst extrem langsam und erreicht eine Wuchshöhe zwischen 50 und 150 Zentimetern. Der Gelbe Enzian kommt vor allem in den Alpen vor, aber auch in anderen Gebirgen in Süd- und Mitteleuropa, zum Beispiel im Schwarzwald. Die Pflanze bevorzugt einen kalkhaltigen, lockeren Boden, der von Zeit zu Zeit auch feucht ist. Er ist in Tälern und bis zu einer Höhe von rund 2.500 Metern zu finden und blüht von Juni bis August. Die Pflanze bildet einen sehr kräftigen Wurzelstock aus, die Blätter sind groß und die Blütentriebe mit den gelben Blüten sehr kräftig.

Arzneimittel unter Schutz – das Vorkommen des seltenen Enzian

In den europäischen Gebirgen ist der Gelbe Enzian inzwischen sehr selten geworden, so dass man ihn unter Naturschutz gestellt hat. In der Umgangssprache wird der Gelbe Enzian auch als Fieberwurzel, Bergfieberwurzel, Hochwurzel oder Bitterwurz bezeichnet. Für medizinische Zwecke wird die Pflanze deshalb extra angebaut, denn in der Naturheilkunde spielen ihre Wirkstoffe eine große Rolle. Der Anbau erfolgt überwiegend in Spanien, Russland, Frankreich, Rumänien, Italien und Deutschland. Der Hauptwirkstoff des Gelben Enzians sind seine Bitterstoffe, die in großen Mengen in der Wurzel enthalten sind. Da sich die Bitterstoffe sehr positiv bei Problemen des Magen-Darm-Traktes auswirken, wird der Gelbe Enzian hauptsächlich zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden eingesetzt.

Im Gelben Enzian sind wertvolle Bitterstoffe enthalten

Bereits seit dem 15. Jahrhundert ist die Heilwirkung des Gelben Enzians bekannt, er wurde vor allem auch zur Fiebersenkung eingesetzt. In den Medizinbüchern des Mittelalters ist sehr viel über den Gelben Enzian als Heilpflanze zu lesen, da Bitterstoffe sich allgemein positiv auf den Körper auswirken sollen. So wurde die Pflanze bereits damals bei sehr vielen Beschwerden eingesetzt und galt als Universalmittel. Durch die bitteren Inhaltsstoffe wird der Speichelfluss angeregt und darüberhinaus auch die Produktion von Magen- und Gallensaft. Patienten mit einem Zwölffingerdarm- oder Magengeschwür dürfen entsprechende Präparate deshalb nicht anwenden. Dagegen werden Patienten mit Völlegefühl, Blähungen oder auch Appetitlosigkeit sehr erfolgreich damit behandelt. Enzianwurzeln sind in der Apotheke frei verkäuflich zu erhalten und können zur Herstellung eines Tees verwendet werden. Wenn der Appetit angeregt werden soll, wird der Tee kurz vor dem Essen getrunken, bei Verdauungsbeschwerden, sollte er nach den Mahlzeiten getrunken werden. Es gibt jedoch auch viele pflanzliche Arzneimittel auf dem Markt, welche die Wirkstoffe des Gelben Enzians enthalten.

Heilpraktiker Felix Teske



Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


Top