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Verblendung

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Verblendung der Augen – Wenn die Kraft der Sonne unterschätzt wird

Die Kraft der Sonne ist eine wichtige Voraussetzung für alle derzeitigen Lebensformen auf der Erde. Auch für den Menschen ist selbstverständlich das Sonnenlicht und die Wärme der Sonnenstrahlen ein Lebensspender. Unter diesem Einfluss bildet sich im Körper zum Beispiel das wichtige Vitamin D. Doch auch das Sehen ist vom Vorhandensein von Licht abhängig. Doch mit der Sonne ist es wie mit vielen anderen Dingen auch: Die Dosierung entscheidet über nützlichen und schädlichen Einfluss. Die Sonnenstrahlung, der die Menschen durchschnittlich im mitteleuropäischen Raum ausgesetzt sind, ist recht gemäßigt.

Doch im Sommer bei intensiver Sonnenstrahlung wird hier ein Schutz durch Kleidung oder durch Sonnenschutzmittel benötigt, um Schädigungen der Haut zu vermeiden. Ebenso wie die Haut, sind auch die Augen den UV Strahlen der Sonne ausgesetzt. Gegen intensive Sonnenstrahlungbei längerem Aufenthalt in sommerlicher Sonne muss nicht nur die Haut, sondern auch das Auge geschützt werden. Der natürliche Schutz durch das Augenlid ist dann nicht mehr ausreichend. Ebenso müssen die Augen vor der UV Strahlung von Kunstsonne, im Solarium, geschützt werden. Auch hier ist es nicht ausreichend, die Augen einfach nur zu schließen.

Direkte Sonneneinstrahlung als Ursache der Verblendung

Schon in wenigen Minuten kann der direkte Blick in die Sonne die Netzhaut des Auges empfindlich schädigen. Normalerweise schütz dagegen ein Reflex. Der Mensch kneift die Augen zusammen, wendet sich ab. Für den Moment schützt dieser Reflex, allerdings nicht, wenn das Auge einer langen hohen Sonnenstrahlung oder sogar Reflexionen des Lichts ausgesetzt ist. Im Gebirge, auf Schnellflächen, kann es zur so genannten Schneeblindheit kommen. Der Schnee reflektiert das Sonnenlicht bis zu 95 %. Mit jeweils 1.000 Höhenmetern nimmt die Intensität der Strahlung bis 20 % zu.

Unter solchen Bedingungen kann es zu Verblitzungen kommen, der Schneeblindheit. Es kommt zu einer Schädigung der äußeren Hornhautschicht, die sich oft erst viele Stunden später durch starke Schmerzen, Rötung, Lichtempfindlichkeit, Fremdkörpergefühl bis hin zur Unfähigkeit dieAugen zu öffnen, bemerkbar macht. Nach zwei bis drei Tagen Schonung der Augenverschwinden die Beschwerden. Bei Menschen, die solchen Lichtbelastungen sehr häufig ausgesetzt sind, können altersbedingte Veränderungen der Binde- und Hornhaut dadurch verstärkt werden.

Zu auf die Dauer bleibenden Schäden am Auge können häufige Verbrennungen durch UV Strahlen führen. Hier handelt es sich faktisch um einen Sonnenbrand im Auge. Die Hornhaut kann vorwiegend die UV-C- und UV-B Strahlung absorbieren, die Linse die UV-B- und die UV-A Strahlung. Die übrigen Strahlen erreichen nahezu restlos die Netzhaut, dabei besonders die Macula lutea, die Stelle des schärfsten Sehens. Ebenso gefährlich ist sichtbares blaues Licht. Die Folgen solcher Sonnenverbrennungen im Auge sind Bindehautentzündungen, Verminderung des gesunden Tränenfilms bis hin zu dauerhaften Schädigungen der Sehfähigkeit. Auch wurde festgestellt, dass solche Faktoren begünstigend für das Entstehen des grauen Stars wirken.

Verblendung der Augen durch künstliche Einstrahlung im Solarium

Den Schädigungen des Auges durch die UV Strahlung kann sehr gut vorgebeugt werden, indem die Augen richtig vor der Strahlung geschützt werden. Vor intensiver Sonneneinstrahlung und besonders auch vor der Strahlung im Solarium sollen die Augen daher mit entsprechenden Brillen geschützt werden. Weder im Hochgebirge, noch auf ausgedehnten Schneeflächen und auf dem Wasser bei Sonnenlicht ist die einfache Sonnenbrille, die in der Stadt getragen wird, ausreichend. Es sollten für solche Bedingungen immer speziell geeignete Sonnenbrillen mit einem entsprechend guten UV Schutz getragen werden.

Ein Sonnenhut schützt das Auge nicht ausreichend. Besonders vorsichtig sollten Menschen sein, die bedingt durch Krankheiten oder Medikamente eine erhöhte Lichtempfindlichkeit haben. Das ist der Fall nach dem Ersetzen der natürlichen Augenlinse durch eine künstliche bei der Operation des Grauen Stars. Bestimmte Medikamente, wie Psoriasis-Medikamente, Tetrazykline, Doxycyclin, Phenothiazin oder Allopurinol erhöhen die Lichtempfindlichkeit. Hier sindSonnenbrillen mit einem besonders sicheren UV Schutz erforderlich. Inzwischen gibt es auch Kontaktlinsen mit UV Schutz. Ansonsten empfehlen sich für Menschen, die im Alltag ständig eine Brille oder Kontaktlinsen tragen, Sonnenbrillen mit der richtigen Sehstärke, die entsprechend angepasst werden. Im Solarium, sowie bei jeder Art von Kunstsonne mit UV Strahlung, sollen die empfohlenen speziellen Brillen getragen werden.



Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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