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Lerntheorien

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Lerntheorien – Kindererziehung und Familie

Mit Lerntheorien werden Veränderungen im menschlichen Verhalten und Denken untersucht, welche nicht auf angeborene Reflexe und Reaktionen oder auf Reifung zurückzuführen sind. Sie stellen einen ganz allgemeinen Rahmen für die didaktische Konzeption der Lehrveranstaltungen dar. Eine Entwicklung der lerntheoretischen Positionen, welche sich mit den Fragen zu Bedingungen des menschlichen Lernens und der menschlichen Entwicklung beschäftigen, wird weit zurückreichen und insbesondere in dem Bereich der Lernpsychologie wird sie umfassend bearbeitet. Eine mehr als 100 Jahre der modernen Lernforschung führten nicht zu der einheitlichen psychologischen Lerntheorie. In Pädagogik und Psychologie finden sich die verschiedenen Varianten, welche unterschiedliche theoretische Ansätze in den übergeordneten Kategorien zusammenfassen. Die gängige Unterteilung, welche auch im Kontext des Lernens mit den Neuen Medien anzutreffen ist, ist die in der Teilung der Lerntheorien in behavioristische und kognitivistische und konstruktivistische.

Behaviorismus

Das Lernen wird als eine Reaktion des Individuums auf die Umweltreize erklärt. Die Lernprozesse werden getreu dieser Modellvorstellung auch von außen gesteuert. Dabei bleiben Bewusstseinsvorgänge unberücksichtigt. Eine positive Verstärkung hat sich dabei wirksamer erwiesen als Bestrafung. Durch die häufige Wiederholung und Kopplung des jeweiligen gezeigten Verhaltens mit einer Verstärkung oder auch Bestrafung wird ein so gewünschtes Verhalten erreicht. Dieses neue zu beobachtende Wunschverhalten gilt nun als gelernt. Dieser Lernprozess ist von außen fast vollständig durch die Lehrenden gesteuert. Die Behavioristen beanspruchen eine Allgemeingültigkeit für die entdeckten Zusammenhänge beim menschlichen Lernen. Bis in die 60er Jahre waren sie die einflussreichste Gruppe in der Lern- und Verhaltensforschung.

Kognitivismus

In den Vordergrund gerückt werden die inneren und bewussten Vorgänge des Lernprozesses. Und untersucht werden die Organisationsprozesse, die Informationsverarbeitung und die Entscheidungsvorgänge, bei welchen durch eine aktive Beteiligung des Individuums die kognitiven Strukturen zu der Begriffsbildung und dem Wissenserwerb gebildet werden. Das Lernen wird als ein kognitiver Prozess zur Informationsverarbeitung verstanden. Phänomene wie die Wahrnehmung und das Gedächtnis, das Denken und die Problemlösestrategien, das Sprechen und das Sprachverstehen stehen im Mittelpunkt als wichtige Aspekte bei dem Erwerb komplexer Wissensstrukturen und auch Konzepte.

Das Ergebnis von Denkprozessen ist das menschliche Verhalten. Gemäß kognitivistischer Ansätze verfügen Lernende über ein Abstraktionsvermögen und über eine Fähigkeit zur Problemanalyse. Das Lernen als ein Prozess zur Informationsverarbeitung bedeutet dabei kognitive Strukturen entwickeln zu können und auch wieder zu verändern und Wissen aufzubauen. Untersucht wird auch der Erwerb mentaler Modelle als ein Ergebnis der Lernprozesse. Wissen wird als die Menge von Fakten und auch Regeln aufgefasst, welches unabhängig von den einzelnen Personen existiert. Dabei beleuchten die kognitiven Theorien relevante einzelne Aspekte wie die Aufmerksamkeit und die Entscheidungsprozesse. Sie bieten aber keine Modellierung des menschlichen Lernens insgesamt an. Kognitive Ansätze sind nie mit einem Anspruch aufgetreten, das sie alle Facetten des menschlichen Lernens in einem Modell beschreiben. Daher werden sie in der Regel nicht als Lerntheorie bezeichnet.

Konstruktivismus

Wissen entsteht durch subjektive Interpretation und Konstruktion. Das Lernen wird als ein selbstgesteuerter und aktiver Prozess begriffen. Diese sehr unterschiedlichen Ansätze werden im Bereich des Lernens mit den Neuen Medien stark rezipiert. Lernen wird als aktiver Konstuktionsprozess aufgefasst. Dabei ist die Konzeptualisierung von Wissen zentral.

Das Wissen wird nicht als ein Ergebnis der Wissensübertragung innerhalb des Lernprozesses gesehen, sondern es ist eine eigenständige Konstruktion der Lernenden. Die Konstruktion erfolgt daher auf der Grundlage von eigenen Handlungen und Erfahrungen, allerdings mit einem engen Bezug zu den Problemen aus der eigenen Lebenswelt. Ein Anstoß für die Entwicklung der konstruktivistischen Lernansätze ist die Beobachtung eines Phänomens, des trägen Wissens. Hiermit wird ein Problem bezeichnet, welches Wissen, welches im Rahmen der organisierten Lehr- und Lernprozesse erworben wurde, nicht in realen Anwendungssituationen anwendbar ist. Ein klassisches Beispiel für das träge Wissen ist beim Fremdsprachenerwerb das Phänomen, zuvor gelernte Vokabeln stehen in der Anwendungssituation nicht zur Verfügung, z.B. bei einer Frage nach dem Weg.

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