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Kehldeckelentzündung

Kehldeckelentzündung

Die Kehldeckelentzündung – Akute Erkrankung des Kehlkopfes

Die Kehldeckelentzündung oder auchEpiglottitis ist eine recht seltene Erkrankung, die jedoch bei nicht angemessener Behandlung gefährlich bis lebensbedrohend werden kann. Auch wenn sie in erster Linie bei Kindern zwischen zwei und sechs Jahren vorkommt, ist auch eine Erkrankung eines Erwachsenen nicht auszuschließen. Den zuverlässigsten Schutz gegen diese Krankheit bildet eine ImpfungHaemophilus influenzae Typ b.

Allgemeine Symptome einer Kehldeckelentzündung

Bei der Kehldeckelentzündung kommt es zu einer Schwellung der Schleimhaut über dem Kehldeckel. Der Kehldeckel schützt und verschließt den Eingang zur Luftröhre beim Schlucken, damit keine Nahrungs- oder Flüssikkeitsteilchen in die Lunge eindringen können, die Schleimhaut darüber ist für die Abdichtung des Deckels zuständig. Kommt es nun zu einer Entzündung schwillt die Schleimhaut soweit an, dass es zur Atemnot kommt. Dies ist – vor allem auch für Kleinkinder – eine beängstigende Situation, die leicht zur Panik führen kann. Da die Epiglottis bei unsachgemäßem Verhalten tödlich enden kann, ist es unbedingt erforderlich, bei den ersten Anzeichen ins Krankenhaus zu fahren, bzw. den Notarzt zu verständigen.

Kehldeckelentzündung und die Krankheitsursachen

Ausgelöst wird die Kehldeckelentzündung durch eine bakterielle Infektion mit dem Erreger Haemophilus influenzae Typ b. Die Übertragung erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion, deshalb wird manchmal eine prophylaktische Antiobiotika-Behandlung der ganzen Familie empfohlen, wenn ein Kind an einer Kehldeckelentzündung erkrankt. Zum Teil (bei ca. 15% der Betroffenen) ist die Kehldeckelentzündung eine Folgeerscheinung einer Infektion der oberen Atemwege oder auch einer Mandelentzündung.

In Einzelfällen kann die ohnehin seltene Erkrankung auch durch Streptococcus pneumoniae oderStaphylococcus aureus ausgelöst werden.

Symptomatik einer Kehldeckelentzündung

Die auftretenden Symptome ähneln im ersten Moment denen des Pseudokrupps bei Kindern, allerdings fehlt meistens der für diese Krankheit typische, spastische Husten. Sehr starke Halsschmerzen und Fieber und eine beginnende Panik durch die aus der Schwellung resultierenden Atemreduktion sind die ersten Anzeichen der Epiglottis. Wie bei allen Infektionen kommt es zu einer Schwellung der Lymphknoten im Halsbereich. Weiterhin entstehen beim Einatmen pfeifende bis quietschende Atemgeräusche, der Speichelfluss erhöht sich merklich und die Sprache wird undeutlich. Das Sprechen wird deutlich erschwert, die Betroffenen bevorzugen eine aufrecht sitzende Haltung und ringen im Verlauf der Erkrankung deutlich nach Luft. Starke Schluckbeschwerden und eine Blauverfärbung bzw. übermäßige Blässe können weitere Begleiterscheinungen sein.

Die Schluckbeschwerden führen schnell zu einer Störung im Flüssigkeitshaushalt, da der Erkrankte nicht mehr in der Lage ist zu trinken. Durch die sich ständig steigernde Panik aufgrund der Atemnot wird diese noch verschlimmert. Deshalb ist es – vor allem auch bei Kindern – um so wichtiger, für eine ruhige, entspannte Atmosphäre zu sorgen, um den Betroffenen nicht noch mehr in Unruhe zu versetzen. Trotz der Aufregung dürfen keine Beruhigungsmittel verabreicht werden, da diese einen Atemstillstand auslösen können. Vor Eintreffen des Notarztes können jedoch durch verschiedene Maßnahmen der Verlauf bzw. die Beschwerden etwas gemildert werden. Es gilt in erster Linie Aufregung zu vermeiden. Wichtig ist ebenfalls frische Luft, sowie darauf zu achten, dass der Betroffene eine für ihn möglichst entspannte Körperhaltung einnehmen kann.

Untersuchung und Diagnosestellung bei Kehldeckelentzündungen

Der eintreffende bzw. behandelnde Arzt kann dann anhand der Symptome die DiagnoseKehldeckelentzündung stellen. Bei einer Sichtprüfung wird er einen stark angeschwollenen Kehldeckel feststellen. Da diese Untersuchung gegebenenfalls eine Intubation ratsam erscheinen läßt, darf sie nur im Krankenhaus gemacht werden. Sollten weiterhin Zweifel an der Diagnose bestehen, kann ein Röntgenbild diese erhärten bzw. bestätigen.

Behandlung einer Kehldeckelentzündung durch den Facharzt

Eine Behandlung der Kehldeckelentzündung ist äußerst wichtig, da sie durch den Sauerstoffmangel zu schweren Schädigungen kommen kann und schlimmstenfalls zum Tod des Erkrankten. Als Erstbehandlung wird eine künstliche Beatmung erwägt und falls erforderlich durchgeführt. Weiterhin wird die Infektion mit Antibiotika-Infusionen bekämpft. Nährstoffe und Flüssigkeit werden ebenfalls über Infusionen zugeführt und verbessern so den Allgemeinzustand des Erkankten. Zur Förderung der Abschwellung wird Cortison eingesetzt, weiterhin kann eine Inhalation von Epinephrin angezeigt sein. Bei einer schnellen und sachgemäßen Behandlung heilt die Epiglottitis meist in kurzer Zeit komplikationslos aus und hinterläßt keine bleibenden Schäden. Komplikationen können aus der Reduktion der Atemwege entstehen und im Ernstfall zur Erstickung führen. Aus der ursprünglichen Infektion mit Haemophilus influenzae kann sich eine Lungenentzündung entwickeln.

Die einzig bekannte vorbeugende Maßnahme gegen eine Kehldeckelentzündung ist die Impfunggegen Haemophilus influenzae Typ B, auch HIB-Impfung genannt. Sie wird im Säuglingsalter durchgeführt und vermindert die Wahrscheinlichkeit einer Epiglottitis deutlich.

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Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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