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Hirndrucksteigerung

Hirndrucksteigerung

Hirndrucksteigerung – Krankheitsbedingte Veränderung des Hirndrucks

Die Gehirnflüssigkeit erzeugt im Inneren des Schädels einen Druck. Dieser Druck wird als Hirndruck, ICP Wert, bezeichnet. Ein erhöhter Hirndruck kann auf verschiedene Ursachen und Einflüsse zurückzuführen sein. In den meisten Fällen liegt dem erhöhten Hirndruck eine organische Verletzung oder eine krankhafte Veränderung am Gehirn zugrunde. Bei einemSchädel-Hirn-Trauma nach einem Unfall, einem Schlag oder Anprall gegen den Kopf kann es zu Schwellungen von Hirnteilen kommen und zu einem erhöhten Hirndruck.

Auch innere Einblutungen in das Gehirn können einen erhöhten Hirndruck in solchen Fällen von Verletzungen mit verursachen. Ebenso kann dem erhöhten Hirndruck eine Hirnhautentzündung zugrunde liegen. Aber auch der Einfluss eines Hirntumors verursacht häufig eine Erhöhung desHirndrucks. Noch nicht ausreichend medizinisch erklärbar ist der erhöhte Hirndruck bei Frauen mit Übergewicht, vor allem im Alter zwischen 20 Jahren und dem 45. Lebensjahr.

Hinweise auf eine Hirndrucksteigerung im Kopf

Bei einem erhöhten Hirndruck sind spürbare Hinweise heftige Kopfschmerzen, die sich steigern, auch kaum auf Medikamente ansprechen, Übelkeit, Erbrechen und Schwindel. Das deutlichste Symptom, das auf einen erhöhten Hirndruck hinweist, ist die so genannte Stauungspapille. Hierbei handelt es sich um ein Ödem, eine Wasseransammlung, im Gewebe der Papille des Sehnervs.

Die Diagnose wird mittels eines Augenspiegels, der Ophthalmoskopie, vorgenommen. Als weitere merkliche und sichtbare Symptome können außerdem eine Lähmung des Augenmuskels, die Bradykardie, und auch Bewusstseinsstörungen und starke Behinderungen der Atmung hinzukommen. Dabei kann sich der Zustand des Patienten bis hin zum Koma verschlechtern. Im Vorfeld kommt es häufig noch zu einer gesteigerten Unruhe der Bewegungen, einem starken Anstieg vom Blutdruck und dem gleichzeitigen Sinken der Frequenz der Herztätigkeit. Stellt sich bei Säuglingen ein gesteigerter Hirndruck ein, so kommt es vielfach zu einer nach unten gerichteten Verdrehung des Augapfels. Dieses Symptom wird gemeinhin auch als das Sonnenuntergangsphänomen benannt.

Gefährlich im Sinne von bleibenden Schädigungen für das Gehirn ist weniger ein einmaliger, kurzzeitiger Anstieg des Hirndrucks, als ein erhöhter Hirndruck, der über längere Zeiträume bestehen bleibt. Daher wird bei der Steigerung des Hirndrucks bei Verletzungen stets erst einmal zu Maßnahmen gegriffen, das Gehirn nach Möglichkeit von diesem Druck zu entlasten. Zum dauerhaft erhöhten Druck kann es beim Wachstum von Tumoren im Gehirn kommen. Dabei ist es unerheblich, ob der Tumor gutartig oder bösartig, von Krebszellen gebildet, ist. Auch bei der Hirnentzündung, beziehungsweise Hirnhautentzündung, kommt es häufig zu einem länger anhaltenden erhöhten Wert des Drucks im Gehirn. Auch bei insgesamt gutartig und wenig dauerhaft beeinträchtigendem Verlauf kann es in der Folge zu einer bleibenden Sehstörung kommen, da in der Regel die Augen sehr stark mit betroffen sind. Patienten mit erhöhtemHirndruck sind intensivmedizinisch zu überwachen. Der Oberkörper wird erhöht gelagert, um einen Abfluss über die Venen zu erleichtern. Zur Abschwellung können Medikamente verordnet werden.

Hirndrucksteigerung durch Hirnhautentzündung und Hirntumor

Eine Hirnhautentzündung wird vielfach durch Viren ausgelöst, unter anderem Mumps-, Grippe-, Herpes- und Masernviren, ebenso Zeckenstiche, aber auch durch Pilze und Bakterien. Die Erkrankung, Meningitis, befällt Teile der grauen und weißen Hirnsubstanz. Die Erkrankung kann auch als Folge von MS oder einer Sarkoidose auftreten. Sie geht mit Fieber, Sehstörungen, Bewusstseinstörungen, Kopfschmerzen, der typischen Nackensteife einher. Die beste Vorbeugung sind alle empfohlenen Impfungen im Kindes- und Erwachsenenalter. Der Hirntumor gehört zu den seltenen Tumorformen.

Er kann als gutartiger oder bösartiger Tumor sich ausschließlich im Gehirn entwickeln oder auf Metastasen einer anderen Krebsquelle zurückzuführen sein. Die Diagnose wird mittels der CT und MRT erstellt. Die Therapie ist von Art und Lagerung des Tumors abhängig. Die Operation und Bestrahlung haben die größten Heilerfolge. Allerdings gibt es Tumoren in bestimmtenHirnregionen, die nicht operiert werden können. Hier wird meist nur eine gezielte Bestrahlung, seltener die Chemotherapie eingesetzt.

Anzeichen, die auf einen Tumor im Gehirn deuten können, sind in Häufigkeit und Intensität zunehmende Kopfschmerzen, starke Schwindelanfälle mit Übelkeit und Erbrechen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Lähmungen, oft auch epileptische Anfälle. Oft kommt es neben den genannten Symptomen zu mehr oder weniger auffälligen Wesensveränderungen der Patienten. So kann Aggressivität zunehmen oder auch Teilnahms- und Interessenslosigkeit. Die Frühdiagnose bietet die besten Behandlungsmöglichkeiten.

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Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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