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Jeder ist von Haarausfall betroffen

HaarausfallDer Begriff Haarausfall ist eigentlich missverständlich, denn streng genommen hat jeder Mensch Haarausfall.
Jeder Mensch verliert täglich bis zu 100 Haare.
Was man im medizinischen Sinne unter Haarausfall versteht, ist der permanente Haarausfall.
Dieser reicht von einem leichten, sogenannten haarvermindernden Haarausfall bis hin zu starkem Haarausfall, der zur (teilweisen) Glatzenbildung führen kann.
Beim leichten Haarausfall spricht man vom Effluvium. Wenn sich das Haar lichtet, also es zur teilweisen Glatzenbildung kommt, nennt man dies Alopezie.
Dies führt dazu, das das Haar schütter wird oder Bereiche auf dem Kopf ohne Haare sind. Oft gibt es auch Geheimratsecken an den Schläfen und das Haar dünnt sich aus.

Typische Formen von Haarausfall


Eine weit verbreitete Form des Haarausfalls ist der androgenetische Haarverlust. Dieser ist erblich bedingt. Auf der Kopfhaut befindet sich das Steroidhormon DHT. Die Haarfollikel reagieren beim Haarausfall zu stark auf dieses Hormon, so dass die Haare sehr langsam wachsen. Einzig im Hinterkopfbereich sind die Haare resistent gegen das Hormon. Neuste Forschungen haben gezeigt, dass das Hormon Prostaglandin der verantwortliche Hemmstoff ist.

Neben dem erblich bedingten Haarausfall ist der kreisrunde Haarausfall sehr verbreitet.
Über eine Million Deutsche leiden unter diesem Ausfall.
Ausser auf dem Kopf finden sich diese Effekte auch im Bartbereich oder z.T. am ganzen Körper. Bei diesen Personen finden sich auch Grübchen an den Fingernägeln.
Es handelt sich um eine sogenannte Autoimmunreatkion, da die Immunzellen gegen die eigenen Haarzellen vorgehen.
Zur Behandlung werden entweder die gesamte Kopfhaut oder einige wenige Haare untersucht, dies nennt man Trichogramm.
Mit einer topischen Immuntherapie kann der Haarausfall behandelt werden.
Dabei wird Diphenylcyclopropenon auf die Kopfhaut aufgetragen, dies führt zu einer Abwehrreaktion, sodass die Haare wieder wachsen können.
Andere Behandlungsmethoden werden mit Glucocorticoid-Lösungen durchgeführt.

Eine andere Form ist der diffuse Haarausfall. Dieser tritt vorallem bei Frauen auf. Hierbei fallen am ganzen Körper die Haare aus.
Dies liegt meist an Hormonschwankungen oder Schilddrüsenerkrankungen. Weitere Gründe sind Eisenmangel, Infektionen, Kopfhauterkrankungen, Stress oder eine Fettunterversorg.
Es gibt viele weitere Unterformen z.B. die durch Strahlen verursachte Alopecia actinica oder die Alopecia parvimaculata, welche durch Infektionen verursacht wird.
Einige Frauen und etwa 10 Prozent der Männer beklagen sich auch über sogenannte Kopfhautschmerzen. Hier kann es zu Jucken, Brennen oder Spannungen kommen.

Insgesamt gibt es eine Reihe von Ursachen, die zu Haarausfall führen können.
Dazu gehören Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes melitus, Infektionskrankheiten wie Scharlach, Depressionen, Schildrüsenfehlfunktionen oder auch Geschlechtskrankheiten.
Bei Frauen kann es während der Schwangerschaft zu Haarausfall kommen, da es hier Hormonschwankungen gibt. Gleiches gilt für die Wechseljahre. Bei Männern ist ein übermässiger Nikotinkonsum eine mögliche Ursache.
Ein grosser Risikofaktor für Haarausfall ist zudem Stress.

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten der Behandlung.
Entweder wird der Haarausfall mittels Medikamenten behandelt oder es wird eine kosmetische Korrektur durchgeführt.
Im jedem Fall sollte der Hautarzt aufgesucht werden. Wird ein Medikament verschrieben, wird dieses entweder über den Mund, also oral, eingenommen oder auf die Stelle aufgetragen.
In den meisten Fällen sollen die Mittel den Hormonhaushalt so beeinflussen, dass das Haarwachstum angeregt wird.
Dabei gibt es für Männer und Frauen geschlechtsspezifische Medikamente.
In einigen Fällen werden auch Vitaminpräparate (Cystin) verabreicht.

Folgen von Haarausfall

Es gibt keine körperlichen Folgen des Haarausfalls. Vielmehr kann es zu psychischen oder sozialen Folgen kommen.
Laut psychologischen Studien wirken Männer, mit wenigen Haaren, älter und intelligenter aber auch dominanter und männlicher.
Durch einen massiven Haarausfall kann das Selbstwertgefühl leiden, was bis zu Depressionen führen kann. Es gibt zudem Untersuchungen, dass Personen mit wenigen Haaren schlechtere Chancen bei Bewerbungen haben.



Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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