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Vulvakrebs

Vulvakrebs

Vulvakrebs – Seltene Form von Krebs im weiblichen Genitalbereich

Vulvakrebs, auch als Vulvakarzinom bezeichnet (von lat. vulva = weiblicher Schambereich und griech. karkinos = Krebs) ist ein eher selten auftretender bösartiger Tumor, der die äußeren Geschlechtsorgane befällt und vor allem bei älteren Frauen in Erscheinung tritt. Er macht etwa ein bis zwei Prozent aller bösartigen Erkrankungen im weiblichen Genitalbereich aus.

In Deutschland erkranken jährlich im Durchschnitt zwei von 100.000 Frauen an dieser Form von Krebs, davon sind die meisten bereits über 60 Jahre alt. Unter 40-jährige werden lediglich vereinzelt von Vulvakrebs heimgesucht. Betroffen sind bei den Erkrankten vor allen Dingen die großen Schamlippen.

Der Krebs kann jedoch auch die kleinen Schamlippen und die Klitorisregion befallen. Die Bezeichnung Vulvakarzinom steht nicht nur für eine spezifische Ausprägung von Krebs mit einer bestimmten Form von Krebszelle, sondern fasst eine ganze Reihe unterschiedlicher Tumore zusammen, die sich im Bereich der äußeren Geschlechtorgane bilden können. Die genauen Ursachen für die Entstehung des Krebses sind noch unbekannt. Bestimmte Risikofaktoren leiten sich aus einer möglichen Infektion mit so genannten Humanen Pipillom-Viren oder von entsprechenden Vorerkrankungen ab, die mit Austrocknung, Entzündung und Verhornung im Genitalbereich einher gehen. Auch die übermäßige Anwendung von Genitallotionen und Intimsprays, häufig wechselnde Geschlechtspartner und mangelnde Hygiene können zur Entstehung der Krebserkrankung beitragen.

Die Krankheit tritt seit einer Reihe von Jahren in Deutschland gleich bleibend häufig auf, es wird jedoch damit gerechnet, dass die Anzahl der Erkrankungen in Zukunft zunehmen wird, da hierzulande viele Frauen immer älter werden.

Vulvakrebs – Karzinome ohne geklärte Ursachen

Die Ursachen von Vulvakarzinomen konnten bis heute noch nicht ausreichend geklärt werden. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Risikofaktoren, die die Entstehung in jedem Falle begünstigen. Die Infektion mit einer bestimmten Virenform, den so genannten Humanen Papillom-Viren vom Typus 16 und 18, ist ein bekannter Risikofaktor für eine spätere Krebserkrankung. Die Humanen Papillom-Viren sind die auf der ganzen Welt auf häufigsten vorkommenden Erreger sexuell übertragener Viruserkrankungen. Sie führen häufig zu warzenähnlichen Schädigungen im Bereich der Geschlechtsorgane, so auch im Berech der Vulva.

Sie stellen jedoch nicht die einzigen möglicherweise zum Ausbruch des Krebses beitragenden Viren dar. Auch Herpesviren, Clamydien und einige zum Ausbruch von Syphillis und Lues führende Viren begünstigen die spätere Bildung von Vulvakrebs.

Neben den Viren fördern auch chronische Entzündungen im Bereich der Scheide, eine geschwächte Immunabwehr, wie dieses auch bei HIV-Infektionen gegeben ist, eine im Laufe des Lebens erfolgte Organtransplantation und Rauchen die Bildung des Krebses mit höher werdendem Alter.

Erste Beschwerden bei Vulvakrebs dem Facharzt mitteilen!

Wie bei den meisten Krebserkrankungen treten ernsthafte Beschwerden erst im bereits fortgeschrittenen Stadium des Vulvakrebses auf. Einige erste Anzeichen für den Krebs können, müssen jedoch nicht zwingend sein:

  • Verdauungsstörungen
  • Dunkle, nicht entfernbare leicht erhabene Flecken oder Verhärtungen auf der Schleimhaut im Genitalbereich, im späteren Stadium zu größeren Knoten oder Geschwüren ausgeprägt mit einer an Blumenkohl erinnernden Struktur
  • Ständig wiederkehrender Juckreiz und ein Gefühl von Wundsein im Bereich der Vulva
  • Fremdkörpergefühl an und um die Schamlippen herum
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Unangenehm riechender Ausfluss
  • Blutungen
  • Angeschwollene Beine
  • Unerklärliche Gewichtsabnahme innerhalb eines kurze Zeitraumes
  • Abnahme der allgemeinen Leistungsfähigkeit

Treten eines oder mehrere dieser Symptome bei einer Patientin auf, so ist die schnellstmögliche Konsultation eines Gynäkologen unbedingt erforderlich. Nur er kann mit Gewissheit abklären, ob es sich lediglich um eine Entzündung im Genitalbereich, eine gutartige Geschwulst oder aber tatsächlich um eine Krebserkrankung handelt.

Wie wird Vulvakrebs diagnostiziert?

Oftmals erkennen aufmerksame Frauen bei der Selbstuntersuchung des eigenen Genitalbereiches mit Hilfe eines Handspiegels die Veränderungen an der Vulva und können so frühzeitig einen Arzt konsultieren. Auch bei der frauenärztlichen Früherkennungs-Untersuchung, die ab dem Alter von 35 Jahren einmal jährlich bei jeder Frau durchgeführt werden sollte, werden bösartige Krebsgeschwülste oftmals in einem noch gut behandelbaren Stadium entdeckt. Bei der Untersuchung schaut sich der Arzt in der Regel die äußeren Geschlechtsorgane an und tastet von innen her die Scheide ab.

Danach untersucht er den Bereich des Unterbauches auf mögliche Veränderungen und betastet auch die Lymphknoten im Beckenbereich im Hinblick auf Vergrößerungen. Besteht für ihn der Verdacht auf ein Krebsgeschwür, schaut er sich dieses zunächst unter Zuhilfenahme einer Lupe, dem Kolposkop, genauer an. Danach entnimmt er von der betroffenen Stelle zumeist eine Gewebeprobe, die mikroskopisch untersucht wird.

Ist der Befall mit Tumoren bereits weiter fortgeschritten, so lässt sich dessen Ausdehnung am besten mit Hilfe von unterschiedlichen Bild gebenden Verfahren beurteilen. Dazu zählen die Ultraschalluntersuchung der Scheide, der Leistenlymphknoten und der Organe des Beckenbereiches, eine Computertomografie des Beckens zur Feststellung des möglichen Lymphknotenbefalls, sowie eine Spiegelung der Harnwege und des Dick- und Mastdarmes. Ist die Krebserkrankung bereits weiter fortgeschritten, so kann durch eine Röntgenuntersuchung der Lunge und eine Ultraschaluntersuchung der Leber festgestellt werden, ob auch diese Organe bereits durch Streuung vom Krebs befallen sind.

Angemessene Vulvakrebs Therapie – so kann sie ablaufen

Das Mittel der Wahl bei der Behandlung von Vulvakrebs ist die Operation. Wie groß deren Ausmaß ausfallen muss, hängt in erster Linie von der Ausbreitung der Krebsgeschwüre und von deren Größe ab. Wird die Krankheit bereits im Frühstadium erkannt, so genügt es häufig, die betroffene Stelle durch großzügiges Herausschneiden zu beseitigen. Sind größere Teile der Vulva betroffen, so wird diese nicht selten vollständig entfernt. Sind auch angrenzende Organe oder Teile der Lymphe im Bauch- und Beckenbereich betroffen, so müssen diese zumeist zusätzlich teilweise oder sogar komplett heraus geschnitten werden.

Neben der Operation wird die Strahlentherapie ebenfalls zur erfolgreichen Beseitigung von Vulvakrebsgeschwüren verwendet. Nur in seltenen Fällen, zumeist wenn aus bestimmten Gründen keine Operation möglich ist, wird sie allein zur Behandlung der Erkrankung, dann zumeist in Verbindung mit Chemotherapie, angewandt. Wesentlich häufiger stellt sie jedoch eine Ergänzung zur Operation dar. Vor einer Solchen soll sie dazu beitragen, Tumore in ihrer Größe bereits einzudämmen und im Anschluss an die OP wird sie hauptsächlich dazu verwandt, das Risiko des erneuten Krebsauftretens zu senken. Chemotherapie hat sich als alleiniges Mittel im Laufe der letzten Jahre bei Vulvakrebserkrankten als vollkommen unzureichend herausgestellt. Sie wird darum lediglich als Ergänzung und zur Behandlung von möglichen Tumormetastasen bei dieser Form des Krebses eingesetzt.

Vulvakrebs kann gut geheilt werden – Früherkennung ist wichtig!

Wird der Krebs frühzeitig erkannt und behandelt, sind die Heilungschancen ausgesprochen gut. Im Frühstadium kann der Krebs zumeist sogar so gut behandelt werden, dass für die Betroffene keine oder fast gar keine Beeinträchtigungen zurück bleiben. Wichtig, wie bei allen Krebserkrankungen, ist das Wahrnehmen der regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen, sofern der Krebs erfolgreich operiert oder durch Strahlen- und Chemotherapie behandelt werden konnte.

Außerdem ist es wichtig, sich während und nach der Therapie nicht aus Schamgründen von seiner Umwelt zu isolieren, sondern mit dem Lebenspartner, Bekannten sowie Freunden über das Erlebte zu sprechen. Auch ein Psychotherapeut kann bei stärker belastenden Gefühlen in Bezug auf die Krankheit eine Hilfe sein. Im Allgemeinen tritt eine Erkrankung, wie der Vulvakrebs, selbst bei erfolgreicher Erstbehandlung zu einem späteren Zeitpunkt ein weiteres Mal auf. Eine Beachtung der Nachsorgetermine ist daher doppelt wichtig.

Das Risiko, in den ersten beiden Jahren nach einer Behandlung erneut zu erkranken, ist besonders hoch. Kann der Krebs aufgrund des Schweregrades nicht ausreichend oder gar nicht mehr behandelt werden, ist es wichtig, der Erkrankten die ohnehin schon belastende Situation durch mögliche Hilfen zu erleichtern. Kann sie ihre bisherige Arbeit nicht mehr ausführen, so kann bereits durch vereinfachende Maßnahmen von Seiten des Arbeitgebers, was beispielsweise auch nur ein kürzerer Weg zur nächsten Toilette sein kann, für die Patientin eine den Selbstwert erhöhende Atmosphäre geschaffen werden. Ist überhaupt keine Aufnahme der bisherigen Arbeit mehr möglich, können entsprechende finanzielle Hilfen zur weiteren Unterstützung der Erkrankten beantragt und ihr so eine annehmbare finanzielle Grundlage für die Zukunft geschaffen werden. Auch bestimmte medizinische Hilfen, wie psychologische Gespräche, Bewegungstherapien und Schmerzmittelgabe erleichtern das Leben mit der Krankheit. Ist bereits in absehbarer Zeit mit dem Ableben der Patientin zu rechnen, so sollte dieses in einem möglichst vertrauten und würdigen Rahmen geschehen dürfen. Viele Patientinnen ziehen eine Betreuung in den eigenen vier Wänden der in einem unpersönlich wirkenden Krankenhaus vor. Auf einen derartigen Wunsch der Erkrankten sollte man als Angehöriger in jedem Falle eingehen.

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Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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