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Vermeidungshaltung bei Schmerzen

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Vermeidungshaltung – Was versteht man darunter?

Schmerzen sind äußerst unangenehm, aber zugleich äußerst sinnvoll. Denn sie sind vor allen Dingen das Frühwarnsystem des menschlichen Körpers. Er meldet schädliche Einwirkungen sowohl von außen als auch aus dem Inneren des Körpers heraus. Die Gefahr für den Menschen wäre immens groß, wenn er Schmerzen nicht wahrnehmen würde. Der Mensch passt besser auf, um die die Schmerzen verursachenden Aktivitäten zu vermeiden. Diese Haltung wird Vermeidungshaltung oder auch Schonhaltung genannt. Bei akuten Schmerzen ist diese Haltung zumindest für kurze Zeit notwendig und auch sinnvoll. Die Vermeidungshaltung kann eine Verschlimmerung der Schmerzen stoppen.

Zu einer solchen Vermeidungshaltung kommt es zum Beispiel bei Problemen mit dem Rücken und der Wirbelsäule. Hier wird versucht, Bewegungen zu vermeiden, die zu Schmerzen führen. Oft ist auch schweres Heben für diese Beschwerden verantwortlich, dies sollte dann ebenfalls möglichst vermieden werden. Eine gute Möglichkeit, die richtigen Bewegungen zu lernen, um möglichst wenig unter Rückenschmerzen zu leiden, ist der Besuch einer Rückenschule. Hier werden vor allen Dingen Übungen gezeigt, die der Schonung des Rückens dienen.

Außerdem lernt man in einer solchen Rückenschule, wie man sich am besten bückt und wie man am besten schwere Sachen trägt. Vor allen Dingen starke Rückenschmerzen lassen sich oft vermeiden, wenn man sich an die Dinge hält, die man in der Rückenschule gelernt hat und zwischendurch immer wieder die entsprechenden Übungen macht.

Vermeidungshaltung aus Angst vor schlimmeren Schmerzen

Viele Menschen, die ständig Schmerzen haben, wollen nichts dagegen unternehmen, aus Angst, dass es noch schlimmer wird. Dabei hilft gegen chronische Schmerzen auch ein Kurs zur Stressbewältigung. Hier werden Meditations- und Yogaübungen gemacht und zusätzlich wird der Patient psychologisch betreut. In vielen Fällen haben die Patienten, obwohl an ihrem körperilchen Zustand nichts geändert wurde, ein anderes Schmerzempfinden und können besser mit denSchmerzen umgehen. Sie empfinden sie nicht mehr so stark wie vor der Behandlung und haben wieder ein ganz neues Lebensgefühl. Ein solcher Kurs lohnt sich in jedem Fall, um besser mit denSchmerzen umgehen zu können. Wenn ein Arzt eine solche Therapie verordnet, sollte der Patient zugreifen und sich dieser unterziehen.

Es ist ja im allgemeinen bekannt, dass ein ausgeglichener ruhiger Mensch Schmerzen nicht so stark empfindet wir ein Mensch mit seelischen Problemen. Vor allen Dingen, wenn nach vielen Untersuchungen der Grund für die Schmerzen nicht diagnostiziert werden konnte, kann ein solcher Kurs oft Wunder bewirken. Denn viele Arten von Schmerzen sind überwiegend seelisch und psychisch bedingt. Es ist auch schon in vielen Fällen vorgekommen, dass Patienten, die durch einen Stressbewältigungskurs und durch psychologische Betreuung behandelt wurden, nach der Behandlung schmerzfrei waren. Hier hat sich dann herausgestellt, dass die Schmerzen rein psychischer und seelischer Natur waren. Also lohnt es sich in jedem Fall bei Schmerzen, die nicht diagnostiziert werden konnten, einen solchen Kurs zu besuchen.

Kopfschmerzen – hervorgerufen durch Vermeidungshaltung

Spannungskopfschmerzen werden in der Regel durch Vermeidungshaltungen verstärkt. Dabei ist die Ursache für Spannungskopfschmerzen äußerst schwer zu ermitteln. Sie können verschiedene Ursachen haben. Oft jedoch werden die Spannungskopfschmerzen durch Muskelverspannungen im Schulterbereich, des Nackens oder der Kopfmuskulatur verursacht. Diese Muskelverspannungen entstehen in der Regel durch falsche Haltungen, zum Beispiel am PC-Arbeitsplatz. Hierbei nimmt man unwillkürlich Vermeidungshaltungen ein, um die Muskelverspannungen zu lindern. Dies führt dann aber in der Regel  zur Verstärkung der Spannungskopfschmerzen.

Gerade, wenn man ständig am Schreibtisch arbeitet, sollte man deshalb schon vorbeugend Entspannungsübungen, die gezielt gegen die falschen Haltungen angehen, vornehmen. Hier kann man sich beim Arzt beraten lassen und wenn es dann tatsächlich doch einmal zu Schmerzen kommt, sollte man diese nicht einfach ertragen, sondern zu einem leichten aber dennoch schnell wirkendem Schmerzmittel, welches der Arzt empfohlen hat, greifen. Wenn die Kopfschmerzen allerdings häufig auftreten und sich womöglich noch verstärken, sollte auf jeden Fall der Arzt aufgesucht werden, damit dieser feststellen kann, ob nicht doch andere Erkrankungen für die Spannungskopfschmerzen verantwortlich sind. In vielen Fällen kann die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln zu Verschlimmerungen führen. Es werden dann nur die Schmerzen bekämpft, die Ursache jedoch bleibt bestehen.



Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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