Sterilität

Sterilität

Sterilität – Die Unfruchtbarkeit der Frau

Der Begriff Sterilität ist die Definition für Unfruchtbarkeit bei der Frau bzw. Zeugungsunfähigkeit beim Mann. Bei einem Paar spricht man von Sterilität, wenn nach einem Jahr Geschlechtsverkehr ohne Verhütung noch keine Schwangerschaft entstanden ist. Wenn sich der Kinderwunsch eines Paares nicht erfüllt, kann das viele Ursachen haben, die in beiden Partnern begründet sein können.

Deshalb ist immer die Untersuchung der Fruchtbarkeit von Mann und Frau erforderlich. Die Wahrscheinlichkeiten der Unfruchtbarkeit sind bei beiden Geschlechtern gleich groß. Sterilität kann viele Ursachen haben, die sowohl körperlich als auch seelisch begründet sein können. Die Diagnose allein bedeutet jedoch nicht in jedem Fall, dass eine immerwährende Sterilitätvorliegt. Wird sie durch Stress, emotionale Probleme, Infekte oder einen ungesunden Lebenswandel verursacht, ist der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht gebracht und dieses Gleichgewicht kann sich durchaus wieder einstellen, wenn die äußeren Verursacher beseitigt werden, bzw. verschwinden.

Wenn die Sterilität über ein Jahr anhält, ist es angebracht, durch ärztliche Untersuchungen den Grund der Unfruchtbarkeit herauszufinden. Diese Untersuchungen werden von Gynäkologen bei der Frau und Urologen oder Andrologen beim Mann durchgeführt.

Eine Fachrichtung, die sich nur mit dem Problem der Sterilität befasst, ist die Reproduktionsmedizin. Hierbei wird mit verschiedenen Methoden gearbeitet, um kinderlosen Paaren trotz Sterilität zu einem Kind zu verhelfen.

Per Definitionem wird die Sterilität bei der Frau als Unfruchtbarkeit, beim Mann als Zeugungsunfähigkeit bezeichnet. 15 Prozent aller Paare in Deutschland sind ungewollt kinderlos. Der Ursprung liegt zu je 40 Prozent bei Mann oder Frau und zu 20 Prozent bei beiden Partnern, hierbei handelt es sich meist um äußere Faktoren, wie Stress, Umwelteinflüsse, Übergewicht, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch und ähnliches.

Ursachen von Sterilität bei Frauen und Männern

Beim Mann begründet sich die Zeugungsunfähigkeit oft darin, dass nicht genug virile Spermien erzeugt werden. Ein weiterer Grund können versperrte Samenwege sein, zum Beispiel durch eine Entzündung und daraus resultierende Verklebung der Samenleiter. Weitere Ursachen sind Hodenhochstand im frühen Kindesalter, unterentwickelte Hoden, Krampfadern an den Hoden, Fehlbildungen oder Verletzungen, Entzündungen oder Hormonstörungen.

Die Unfruchtbarkeit bei der Frau kann durch Hormonstörungen ausgelöst werden, aber auch Eierstock- oder Eileiterentzündungen, Tumoren, Endometriose, und Fehlbildungen der Gebärmutter können die Fruchtbarkeit der Frau beeinträchtigen. In der Regel hat die Sterilität keine gesundheitsbeeinträchtigenden Auswirkungen auf die Betroffenen. Es gibt jedoch einige Symptome bei den Geschlechtern, die eine bestehende Sterilität begleiten bzw. anzeigen können. So deutet ein problematischer Zyklus mit Schwankungen, Akne oder starke Behaarung auf eine hormonelle Störung hin. Starke Menstruationsschmerzen können ihren Ursprung in einer Endometriose haben. Beim Mann können Veränderungen an den Hoden und starke Gewichtsschwankungen Begleiterscheinung einer gestörten Zeugungsfähigkeit sein. Auch eine Mumpserkrankung kann eine Zeugungsunfähigkeit auslösen.

Diagnose der Sterilität durch den Facharzt

Wenn in einer Partnerschaft eine Sterilität diagnostiziert ist – dies geschieht dann, wenn ein Kinderwunsch ein oder auch zwei Jahre unerfüllt bleibt – sind Untersuchungen erforderlich, um die Ursachen und mögliche Behandlungsstrategien herauszufinden. Es wird eine umfangreiche Anamnese durchgeführt, in der zuerst die allgemeine Konstitution geklärt wird.

Dazu gehören auch bestehende und durchgemachte Krankheiten im Kindes- und Erwachsenenalter, die Lebensumstände und -gewohnheiten und auch der geistige und seelische Zustand, emotionale Belastungen im Berufs-oder Privatleben.

Anschließend werden durch den Facharzt verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Der Urologe oder Androloge prüft beim Mann die äußeren Geschlechtsorgane, um Fehlbildungen oder Veränderungen festzustellen, weiterhin tastet er die männlichen Geschlechtsorgane und die Prostata ab. Ein Spermiogramm. Hormonuntersuchungen und evtl. eine Hodenbiopsie und eine genetische Untersuchung geben Aufschluss über Störungen und Anomalien in diesem Bereich.

Bei der Frau wird der Gynäkologe die möglichen Ursachen für die Unfruchtbarkeit als erstes mittels einer gynäkologischen Untersuchung prüfen. Ein Ultraschall kann organische Störungen oder Fehlbildungen aufdecken. Weiterhin werden Hormonuntersuchungen vorgenommen, um den Hormonhaushalt zu überprüfen. Sollte der Verdacht auf eine Erkrankung oder Schädigung der Eileiter vorliegen können Hysterosalpingographie (HSG) und Hysterosalpingokontrastsonographie (HSKS), sowie eine Gebärmutter und/oder eine Bauchspiegelung weitere aufschlussreiche Informationen geben.

Therapie und Heilung: Wie kann Sterilität therapiert werden?

Ist nun die Ursache der Sterilität erkannt, wird die entsprechende Therapie erwägt, besprochen und durchgeführt. Bei seelischen Ursachen können Gespräche und Selbsthilfegruppen, Entspannungsmethoden und psychotherapeutische Beratung und Begleitung unterstützend wirken. Auch mit ganzheitlichen Verfahren wie zum Beispiel die Akkupunktur können gute Erfolge erzielt werden. Bei hormonellen Störungen kann eine Hormontherapie durchgeführt werden, hierbei ist jedoch auf die möglichen Nebenwirkungen zu achten.

Sollte die Sterilität durch verlebte Eileiter bei der Frau bzw. verklebte Samenleiter beim Mann verursacht sein, kann versucht werden, sie mittels einer Operation wieder durchlässig zu machen. Wenn die Sterilität irreversibel ist, kann mit Hilfe der Reproduktionsmedizin eine künstliche Befruchtung durchgeführt werden. Es gibt mehrere Verfahren, die angewandt werden können. Bei der homologen Insemination werden die Samenzellen des Mannes künstlich in die Gebärmutter der Frau gebracht. Dieses Verfahren ist angezeigt, wenn die Spermien des Mannes nicht viril genug sind. Die Erfolgsquote ist gering und liegt bei 5-10 Prozent.

Bei der heterogenen Insemination ist das Verfahren das gleiche. Es kann bei Zeugungsunfähigkeit des Mannes angewandt werden. Der Unterschied liegt darin, dass die Spermien eines anderen zeugungsfähigen Mannes verwendet werden. Hierbei liegt die Erfolgsquote bei 20 Prozent. Weitere Methoden sind der Gamete Intrafallopian Transfer, die In-Vitro-Fertilisation, die In-Vitro-Maturation und die Intra-Cytoplastische-Spermien-Injektion mit unterschiedlichen Erfolgsquoten. Künstliche Befruchtung ist, egal welche Methode indiziert ist, ein anstrengendes und zeitaufwendiges Unterfangen. Die Baby-take-home-Rate beträgt 10-15 Prozent in Deutschland und die seelischen Belastungen sind enorm.

Um einer Sterilität vorzubeugen ist es wichtig, Entzündungen im Bereich der Geschlechtsorgane früh zu erkennen, zu behandeln und vollständig auszuheilen. Essstörungen wie Bulimie, Magersucht und Adipositas können Sterilität verursachen und so ist eine frühzeitige Behandlung dieser Erkrankungen wichtig, um evtl. Beeinträchtigungen der Fruchtbarkeit zu vermeiden.

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