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Schilddrüsenentzündung

Schilddrüsenentzündung

Die Schilddrüsenentzündung – Thyreoiditis bei Männern und Frauen

Die Schilddrüsenentzündung, medizinisch auch Thyreoiditis genannt, kann sowohl akut als auch chronisch sein, wobei es bis in rund 80 Prozent der Fälle um die chronische Variante handelt. Frauen sind wesentlich häufiger von dieser Erkrankung betroffen, sie tritt überwiegend zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auf. Bei dieser Krankheit bildet sich entweder ein entzündeter Herd im Schilddrüsengewebe, oder es kommt zu diffusen Entzündungen.

Bei den Schilddrüsenentzündungen wird zwischen insgesamt drei verschiedenen Varianten unterschieden, wobei jede davon ein eigenständiges Krankheitsbild darstellt. Es gibt eine akute, eine subakute und eine chronische Tyreoiditis, die subakute Variante kommt jedoch sehr selten vor. Sie tritt überwiegend zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf und befällt Frauen weitaus häufiger als Männer. So unterschiedlich die Erscheinungsformen sind, so verschieden sind auch die Ursachen.

Hauptsache der Schilddrüsenentzündung: Bakterien

Die Auslöser der akuten Schilddrüsenentzündung sind bestimmte Bakterien, die von einem anderen Infektionsherd aus in die Schilddrüse gelangen. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Rachenentzündung handeln, die Bakterien erreichen die Schilddrüse dann über den Blut- oder Lymphfluss. In den meisten Fällen bekommt der Betroffene dann wieder einen Fieberschub und bemerkt eine sehr schmerzhafte Schwellung der Schilddrüse. Auch eine Mandelentzündung oder eine Nebenhöhlenentzündung können die Basis für die Entstehung einer Thyreoiditis sein. Es gibt auch wenige Fälle, in denen die akute Schilddrüsenentzündung von Viren verursacht wird. Weitere Ursachen können auch äußere Gewalteinwirkungen oder eine Bestrahlung zur Bekämpfung von Tumoren sein.

Bei der seltenen subakuten Variante sind die Ursachen bis heute weitgehend ungeklärt. Sie tritt jedoch auffallend oft nach einem Infekt der oberen Luftwege auf, der durch Viren ausgelöst wurde. Die chronische Variante ist am weitesten verbreitet und wird auch als Hashimoto-Thyreoiditis oder als chronisch-lymphozytäre Schilddrüsenentzündung bezeichnet.

Es handelt sich dabei um eine so genannte Autoimmunerkrankung, bei welcher der Körper Antikörper gegen körpereigene Zellen bildet. Das Immunsystem zeigt eine Überreaktion und geht gegen das eigene Gewebe an, indem es sowohl Antikörper als auch Lymphozyten zur Abwehr produziert. Viele Mediziner gehen davon aus, dass ein viraler oder bakterieller Infekt der Grund für diese Reaktion des Immunsystemes ist. Da solche Fälle auch gehäuft in bestimmten Familien vorkommen, muss auch von einer genetischen Veranlagung ausgegangen werden. In vielen Fällen leiden die Patienten auch noch unter einer weiteren Autoimmunerkrankung.

Welche Symptome entstehen durch eine Schilddrüsenentzündung?

Auch die Symptome der Schilddrüsenentzündung können stark variieren, je nachdem, um welche Erscheinungsform es sich beim Betroffenen handelt. Bei der akuten Thyreoiditis ist es typisch, dass es infolge eines Infektes zu einem erneuten Anstieg der Körpertemperatur kommt. Zusätzlich kommt es zu einer schmerzhaften, geröteten Schwellung im Halsbereich, die sich bei Berührung auch überwärmt anfühlt. Durch diese starke Schwellung kommt es auch sehr oft zu Schluckbeschwerden, manchmal auch von Heiserkeit begleitet. Die Schmerzen können von der Schilddrüse bis zu den Ohren ausstrahlen, in den meisten Fällen sind auch die Lymphknoten in diesem Bereich vergrößert.

Bei der subakuten Schilddrüsenentzündung ist häufig kein Zusammenhang mit einem vorausgegangenen Infekt mehr erkennbar, weil sie in den meisten Fällen erst zwei bis drei Wochen nach der Infektion auftritt. Die Symptome können sich dann innerhalb weniger Stunden, aber auch erst im Verlauf von einigen Tagen, verschlimmern. Der Betroffene fühlt sich krank, hat meistens auch Fieber und bemerkt eine vergrößerte Schilddrüse, die vor allem bei Berührung enorm schmerzt. Auch bei dieser Variante leidet der Patient unter Heiserkeit und starken Schluckbeschwerden. Im Unterschied zu der akuten Thyreoiditis, sind bei der subakuten Variante die Lymphknoten im Halsbereich nicht angeschwollen. Am Anfang kann es bei dieser Erscheinungsform auch zu einer Überfunktion der Schilddrüse kommen.

Die chronische Schilddrüsenentzündung kann sich sowohl durch eine Verringerung der Größe der Schilddrüse bemerkbar machen, in den meisten Fällen schwillt sie langsam an und beginnt zu schmerzen. Bei etwa 20 Prozent der Patienten sind die Beschwerden so heftig, dass sie gar nicht mehr arbeiten können. Der Körper des Betroffenen greift das eigene Schilddrüsengewebe an und zerstört es nach und nach. Durch die zunehmende Zerstörung kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer starken Unterfunktion der Schilddrüse, obwohl am Anfang nicht selten eine leichte Überfunktion festzustellen ist. Durch die Schilddrüsenunterfunktion machen sich dann Symptome wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Antriebsarmut, größeres Schlafbedürfnis, Verstopfung und eine Kälteempfindlichkeit bemerkbar. Es gibt bei dieser chronischen Variante noch eine besondere, wenn auch sehr seltene, Erscheinungsform, die so genannte fibrosierende Thyreoiditis. Bei dieser Form der Schilddrüsenerkrankung sind die Ursachen vollkommen unbekannt, aber auch hier sind Frauen wesentlich häufiger betroffen. Typisches Symptom ist eine starke Verhärtung der Schilddrüse, so dass die Luftröhre verengt wird und es zu enormen Schluckbeschwerden kommt.

Schilddrüsenentzündung diagnostizieren und therapieren lassen

Für den Mediziner stellt die Diagnose einer Thyreoiditis kaum ein Problem dar, da die Schilddrüse in der Regel auffallend vergrößert ist. Im Blut ist eine Entzündungsreaktion deutlich erkennbar, und zum Ausschluss anderer Erkrankungen wird noch eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Falls sich durch die bakterielle Infektion eitrige Abszesse gebildet haben, kann der Arzt sie bei dieser Untersuchung gleich lokalisieren.

Zur Diagnose der subakuten Variante, entnimmt der Arzt häufig noch etwas Gewebe, um es im Labor untersuchen zu lassen. In einigen Fällen wird auch noch eine Szintigraphie der Schilddrüse vorgenommen, um bei der Diagnose ganz sicher zu gehen. Beim Verdacht auf eine chronische Thyreoiditis werden auch die Schilddrüsenwerte im Blut überprüft, um eine Funktionsstörung feststellen zu können. Wenn eine akute Thyreoiditis diagnostiziert wurde, wird der behandelnde Arzt dem Patienten Bettruhe verordnen. Wenn es sich bei den Erregern um Bakterien handelt, kann ein Antibiotikum zum Einsatz kommen, ansonsten helfen auch Kortisonpräparate bei der Linderung der Symptome. Die subakute Schilddrüsenentzündung heilt in den meisten Fällen spontan aus, in einigen Fällen werden auch nicht-steroidale Antirheumatika zum Einsatz. Bei der chronischen Thyreoiditis ist im Grunde keine Heilung möglich, so dass nur die Beschwerden gelindert werden können. Hier hat sich die medikamentöse Gabe von Schilddrüsenhormonen als sehr hilfreich erwiesen. Nur in sehr wenigen Fällen ist ein operativer Eingriff notwendig, wenn die Schilddrüse extrem vergrößert ist und dadurch große Probleme verursacht.



Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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