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Schädel-Hirn-Trauma

Schädel-Hirn-Trauma

Schädel-Hirn-Trauma – Schwere innere Verletzung durch Gewalteinwirkung

Zu einem Schädel-Hirn-Trauma, im Sprachgebrauch Gehirnerschütterung, kommt durch eine äußere Gewalteinwirkung. Die Ursache kann ein Sturz auf den Kopf, der Anprall des Kopfes gegen einen harten Widerstand oder ein Schlag sein. Der Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma liegt bei einem Menschen nach einer derartigen Verletzung vor, wenn eine Bewusstlosigkeit von mehr als 15 Minuten und Erinnerungslücken von mehr als 30 Minuten auftreten. Besteht ein Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT), müssen Menschen sofort in neurologische oder chirurgische Behandlung, nach Möglichkeit in die nächste Notaufnahme eines Krankenhauses. An den Folgen eines SHT sterben jährlich in Deutschland 2.750 Menschen. Kinder und Säuglinge, die eine äußere Gewalteinwirkung auf den Kopf erlitten haben – meist sind es im Kindesalter Stürze – müssen sofort klinisch untersucht werden.

Auftretende Symptome und Verlauf eines Schädel-Hirn-Traumas

Das Gehirn wird vom hinteren Hirnschädel geschützt, der eine Verbindung zur Halswirbelsäule hat. Bei schweren Schädelverletzungen, besonders bei Unfällen, können daher auch die Halswirbel von der Verletzung betroffen sein. Ein SHT kann in Zusammenhang mit Brüchen an den Schädelknochen auftreten, aber auch ohne Knochenverletzung. Hier handelt es sich meist um Hirnprellungen, die deshalb aber keine geringere Beachtung verdienen. Bein einem Schädelbruch mit schweren Verletzungen kommt es häufig zu Einblutungen im Gehirn.

Solche Einblutungen sind die häufigste Todesursache im Zusammenhang mit einem SHT. Oft treten die Einblutungen im Gehirn nicht direkt bei oder nach der Verletzung, sondern erst viele Stunden später auf. Bis dahin können bis zu 48 Stunden vergehen. Akute Gefahr, dass es nach einer Kopfverletzung zu einem SHT gekommen ist, liegt vor, wenn der Betroffene Bewusstseinstörungen und Bewusstlosigkeit zeigt, desorientiert ist, verwirrt reagiert oder spricht, heftigen Schwindel verspürt. Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen sind ebenfalls Anzeichen. Es kann zu einem epileptischen Anfall kommen.

Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma kann von Störungen der Persönlichkeit, Erinnerungsausfällen bis hin zum Koma führen. Es werden drei Formen unterschieden: Das leichte Trauma mit nur kurzer Bewusstseinstörung. Hier sind ernsthafte Folgen sehr selten. Ein mittleres SHT mit einer längeren Bewusstseinstörung, und das schwere SHT mit sehr langen Bewusstseinsausfällen, Lähmungen und Schluckstörungen und Sprechstörungen. Im akuten Fall kann es durch den Anstieg des Hirndrucks zum Atemstillstandkommen, wenn der Bereich über dem Hinterhauptsloch, der die Atmung steuert, beeinträchtigt ist.

Erste Hilfe, Diagnostik und Behandlung des Schädel-Hirn-Traumas

Die Diagnostik für ein Schädel-Hirn-Trauma muss immer unter klinischen Bedingungen erfolgen. Nur so kann eingehend die Schwere von Verletzungen, die vielleicht äußerlich kaum bedenklich wirken, untersucht werden. Als erste Maßnahmen der Hilfe, bei einer Kopfverletzung, gilt das Lagern mit leicht erhöhtem Oberkörper, die ständige Beobachtung der Vitalfunktionen (Augen, Atmung, Reaktionen, Sprechen) und bei Bewusstlosigkeit die stabile Seitenlage. Beim offenenSchädelbruch muss die Wunde steril abgedeckt werden. Bei stark verminderter Atmung oder Atemstillstand gilt die Atemspende, beziehungsweise Herzdruckmassage.

Die schnelle Diagnostik und Behandlung sind die wichtigste Voraussetzung, um Spätfolgen entgegen zu wirken oder sie durch schnelle Maßnahmen einzugrenzen. Liegen bedenkliche Verletzungen vor oder ist deren Schwere nicht durch die neurologische Untersuchung eindeutig zu klären, so folgt zumeist gleich ein CT (Computertomogramm). Ergibt dies noch keinen eindeutigen Befund, kann die MRT (Kernspintomografie) folgen. Die meisten Fälle von einem HSTverlaufen jedoch leicht und folgenlos. Manchmal kann der Patient ambulant behandelt und nach der Untersuchung wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Als vorbeugende Maßnahme wird jedoch auch dann oft die stationäre Aufnahme für 24 Stunden zur Beobachtung angeordnet. Beim leichten HST kann es in der Folge noch zu Licht- und Geräuschempfindlichkeit,Kopfschmerzen, Schwindel und depressiven Stimmungen kommen.

Bei wenigen Patienten bleiben die Folgebeschwerden über ein Jahr bestehen. Die Behandlung erfolgt medikamentös und krankengymnastisch. Bei Fällen von einem mittelschweren bis schweren HST wird bei fast einem Drittel der Patienten ein neurochirurgischer Eingriff vorgenommen. In schweren Fällen muss häufig künstliche beatmet werden. Die Patienten werden intensiv überwacht. Vielfach liegen Patienten im Wachkoma. In dieser Phase beginnt die frühe, physiotherapeutische Rehabilitation, die dann beim wieder erlangten Bewusstsein intensiv fortgesetzt und durch geistige Anregung ergänzt wird. Der Verlauf und das Erreichen völliger Symptomfreiheit sind jeweils von der Schwere und der Art der Verletzungen des Gehirnsabhängig.



Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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