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Ovarialkarzinom

Ovarialkarzinom

Das Ovarialkarzinom – Eierstockkrebs bei Frauen

Eierstockkrebs, in der Medizin unter dem NamenOvarialkarzinom bekannt, ist eine relativ seltene Krebsart. Es handelt sich dabei um einen bösartigen Tumor im weiblichen Eierstock. Von dieser Krebsart sind überwiegend Frauen nach den Wechseljahren betroffen, die ihre letzte Monatsblutung hatten. Der Eierstock kann auch von Metastasen anderer Krebsarten befallen werden.

Dazu gehören Brustkrebs, Magenkrebs, Lungenkrebs und Darmkrebs. In 50% der Eierstockkrebserkrankungen sind beide Eierstöcke betroffen. Schafft es der Krebs, die Kapsel des Eierstocks z durchbrechen, so können sich Metastasen in der Bauchhöhle verteilen. Weitere Metastasen können sich über den Blutweg in Brustfell, Leber und Lunge verteilen. In seltenen Fällen können auch Skelett, Nieren, Haut und Gehirn von Metastasen betroffen sein. Über die Lymphbahnen streuen sich die Tochtergeschwüre vorwiegend im Becken- und Hüftbereich.

Welche Ursachen kann ein Ovarialkarzinom haben?

Über die Ursachen von Eierstockkrebs wird bislang spekuliert. Eine Theorie besagt, dass Frauen, deren Zyklus niemals durch Schwangerschaften oder den Eisprung unterdrückende Medikamente (Anti-Baby-Pille) unterbrochen wurde, eher betroffen sind. Somit sind spätgebährende Frauen oder kinderlose Frauen, den Beobachtungen zufolge, gefährdeter.

Eine weitere Rolle dürften Gifte und Schadstoffe, wie Talkum und Asbest spielen. DaEierstockkrebs familiär gehäuft auftritt, ist es möglich, dass es genetische Ursachen gibt. Bei etwa 5 bis 10% der Fälle scheint dies der Auslöser zu sein.

Erste Anzeichen eines Ovarialkarzinoms erkennen

Es gibt keine typischen Krankheitsanzeichen im frühen Stadium des Eierstockkrebses. Bei den meisten Patienten wird der Eierstockkrebs erst diagnostiziert, wenn sich bereits ein fortgeschrittener Tumor gebildet hat. Erste Symptome können Verstopfung, Leistungsschwäche und Unterleibsschmerzen sein. Diese sind allerdings so uncharakeristisch, dass dabei kaum Eierstockkrebs vermutet wird. Bei vielen älteren Patientinnen treten erneut Monatsblutungen auf. Aufgrund der Wasseransammlungen in der Bauchhöhle, durch den Tumor, nimmt der Leibesumfang zu. Das Körpergewicht nimmt allerdings ab.

Diagnose Ovarialkarzinom – was nun?

Bei einem Eierstockkrebsverdacht wird zunächst eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt. Dazu werden die Eierstöcke abgetastet und eine Ultraschalluntersuchung über Scheide und Bauchdecke gemacht. Um weitere Ergebnisse, bezüglich der Ausbreitung des Krebses zu erhalten, ist die Computer- oder die Magnetresonanztomographie hilfreich.

Als letztes und sicherstes Diagnosemittel zählt die Laboruntersuchung des entfernten Tumorgewebes. Zur Kontrolle nach Abschluss der Therapie wird das Blutbild beobachtet. Vor Beginn der Maßnahme werden sogenannte Tumormarker im Blut bestimmt, mit deren hilfe der Krankheitsverlauf genauer beobachtet werden kann. Steigen diese Werte nach Beendigung der Therapie wieder an, so ist die ein Hinweis auf einen Rückfall oder auf Tochtergeschwüre. Um Fernmetastasen auszuschliessen wird eine Computertomographie von Bauchraum und Brustkorb gemacht, sowie eine Skelettszintigraphie durchgeführt.

Therapeutische Maßnahmen zur Behandlung von Ovarialkarzinomen

Die Therapiemethode hängt vom Tumorstadium ab. Zur Verfügung stehen Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie. In den meisten Fällen kommt es zu einer Operation, mit anschließender Chemotherapie. Bei der Operation werden beide Eierstöcke, die Gebärmutter und ein Teil des Bauchfells entfernt, um sicherzugehen, dass der Tumor vollständig entfernt wurde.

Eine Abweichung von dieser Vorgehensweise ist sehr selten und erfolgt nur bei vollkommen sicher diagnostiziertem einseitigen Eierstockkrebs. Ziel der Operation ist neben der Tumorentfernung auch die Diagnose. Sind etwa Lymphknoten stark vergrößert, so werden Porben entnommen. Außerdem kann der Arzt den Bauchraum nach weiteren tumorösen Veränderungen absuchen. DaEierstockkrebs meist erst im späten Stadium diagnostiziert werden kann, muss zusätzlich zur Operation eine Chemotherapie eingeleitet werden. Am empfindlichsten reagiert der Eierstockkrebs auf die Chemotherapie mit platinhaltigen Mitteln.

Kombiniert werden diese Substanzen mit Texanen, wie beispielsweise Paclitaxel. Als alternative Methode sei die Hormonbehandlung genannt. Diese kommt zum Einsatz, wenn die Krebszellen gegen platinhaltige Substanzen bei der Chemotherapie resistent sind. Die Wirksamkeit der Chemotherapie ist mittlerweile so gut, dass heutzutage die Strahlentherapie nur noch selten angewendet wird. Ist die Chemotherapie aufgrund von beispielsweise Nierenschäden nicht möglich, oder entscheidet sich die Patientin dagegen, dann wird die Strahlentherapie durchgeführt. Hierzu wird der Eierstockkrebs ionisierten Strahlen ausgesetzt, gegen die er sehr empfindlich reagiert.

Heilung bei Ovarialkarzinomen – so stehen die Chancen

Wie der weitere Verlauf der Krankheit ist, hängt davon ab, in welchem Stadium derEierstockkrebs entdeckt und behandelt wurde. Ausserdem ist es wichtig, um welchen Tumortyp und die Größe des vielleicht zurückbleibenden Tumors es sich handelt. Je kleiner die Reste, desto besser die Prognose. Beschränkt sich der Tumor auf den Eierstock selbst, so ist die Heilungschance am besten. Sind jedoch bereits Metastasen im Becken oder Lymphgewebe, so verschlechtern sich die Chancen drastisch. Bei etwa 60-70% aller Fälle kommt es zu einem Rückfall.

Nach der Therapie ist eine gründliche Nachsorge sehr wichtig, um einen Rückfall frühestmöglich zu erkennen. Anfangs werden alle drei Monate Kontrolluntersuchungen durchgeführt. Nach zwei Jahren sind halbjährliche Kontrollen vorgesehen. Derzeit ist keine zuverlässige Methode der Vorbeugung bekannt. Man vermutet, dass die Einnahme von Hormonpräparaten, wie der Anti-Baby-Pille, das Risiko einer Eierstockkrebserkrankung verringert. In ganz wenigen Ausnahmefällen wird die Möglichkeit diskutiert, prophylaktisch die Eierstöcke zu entfernen. Dies kommt allerdings nur in Frage, wenn ein bekannter, familiärer Eierstockkrebs vorliegt und die betroffene Person die Familienplanung abgeschlossen hat. Trotzdem ist diese Methode und deren Nutzen sehr umstritten.



Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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