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Magenkrebs

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Magenkrebs: Die bösartige Erkrankung von Drüsenzellen

Bei Magenkrebs handelt es sich um eine bösartige Krebserkrankung des Magens. In fast allen Fällen sind die Drüsenzellen betroffen, die für die Bildung des Magensaftes zuständig sind. In nur 5% der Fälle sind lymphatische Zellen oder Muskel- bzw. Bindegewebe betroffen. Magenkrebs ist mittlerweile seltener geworden. Trotzdem ist dies eine der häufigsten Tumorerkrankungen, die zum Tod führt. Dies liegt daran, dass Magenkrebs oft sehr spät diagnostiziert wird und die Heilungschancen deshalb gering sind.

Bei Männern ist dies die 5. häufigste Tumorerkrankung, bei Frauen die 6. häufigste. Weltweit ist die Häufigkeit von Magenkrebserkrankungen sehr gering. So ist dies in Deutschland oder in den USA weit weniger häufig, als beispielsweise in Japan. Männer sind von Magenkrebs häufiger betroffen als Frauen. Das Durchschnittsalter der erkrankten Männer liegt bei etwa 70 Jahren und bei Frauen bei 75 Jahren.

Magenkrebs Ursachen können vielfältig auftreten

Es gibt ein breites Spektrum an Ursachen, die für die Entstehung von Magenkrebs verantwortlich sein können. Eine Erkrankung mit dem Bakterium Helicobacter pylori kann ein auslösender Faktor für Magenkrebs sein. Es besteht die Möglichkeit, dass sich Magenpolypen zu Krebsgeschwüren entwickeln. Besteht eine chronische, athrophische Gastritis, so ändert dies die Beschaffenheit der Magenschleimhaut. Das kann die Entartung von Zellen herbeiführen. Alkohol- und Nikotinkonsum sind ein weiterer Risikofaktor für die Entstehung von Magenkrebs. Auch die Ernährung ist verantwortlich für Magenkrebs.

Gepökelte, geräucherte und gegrillteNahrungsmittel stehen unter dem Verdacht, krebsauslösende Substanzen (Kanzerogene) zu beinhalten. Auch stark gesalzene Nahrung oder wenn zu wenig frisches Obst und Gemüse verzehrt wird kann zu Magenkrebs führen. Nach Magenteilentfernungen, die heute sehr selten nach Magengeschwüren durchgeführt werden, ist das Risiko für Magenkrebs erhöht. Kommt es zu einem Morbus Ménétrier ist die Schicht, die für die Schleimbildung zuständig ist vergrößert. Diese seltene Krankheit kann das Magenkrebsrisiko steigern.

Diese Symptome bringt Magenkrebs häufig mit sich

Magenkrebs kann wie so viele Krebsarten lange Zeit unerkannt bleiben. Dies liegt daran, dass im Frühstadium keine typischen Symptome auftreten, die speziell auf Magenkrebs hinweisen könnten. Im Nachhinein ist jedoch zu beobachten, dass viele Magenkrebspatienten lange vor der Diagnose schon Krankheitszeichen im Oberbauch hatten. Die alleinigen Anzeichen im Frühstadium können ein Druckgefühl in der Magengegend und der Abneigung, Fleisch zu essen, sein. Später können Schluckbeschwerden und Verminderung des Gewichts auftreten. Im Laufe der Erkrankung kann es dazu kommen, dass der Patient Blut erbricht oder sich Blut im Stuhl finden lässt (sog. Teerstuhl). Ist die Krankheit weit fortgeschritten, so kommt es zu erheblichen Gewichtsverlust und zum Abfall der Leistungsfähigkeit. Heilt ein Magengeschwür nach zwölfwöchiger medikamentöser Behandlung nicht ab, so kann dies ein Hinweis auf Magenkrebs sein und sollte dringendst abgeklärt werden. Gemeinhin sollten Risikopatienten auf die folgenden Symptome besonders achten:

  • Drastischer Gewichtsverlust
  • Lang anhaltende Appetitlosigkeit und Übelkeit
  • Spürbare und langfristige Abnahme der Leistungsfähigkeit
  • Dunkle Verfärbung des Stuhls

Diagnose Magenkrebs? Direkt eine Therapie starten!

Kommt es zu Teerstuhl oder erbrochenem Blut, so wird eine Magenspiegelung durchgeführt, bei der Gewebeproben entnommen werden. Um herauszufinden, wie tief in der Magenwand der Krebs sitzt, wird über den Magenschlauch eine Ultraschalluntersuchung gemacht. Um die Ausbreitung im Bauchraum zu überprüfen muss eine Bauchspiegelung gemacht werden. Im Blut können unter Umständen so genannte Tumormarker nachgewiesen werden. Metastasen wandern bei Magenkrebs meist in Lunge, Leber oder Knochengewebe. Um diese Möglichkeit abzuklären werden Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen von Brust- und Bauchraum gemacht. Weiter können die Computer-Tomographie und eine Kernspintomographie Aufschluss über die Ausbreitung von Krebszellen geben. Um den Befall von Knochengewebe abzuklären wird eine Skelettszintigrafie durchgeführt.

Therapie bei Magenkrebs: Diese Behandlungen können helfen

In seltenen Fällen wird der Magenkrebs frühzeitig erkannt, so dass das bösartige Gewebe bei einer schonenden Magenspiegelung entfernt werden kann. Zumeist ist der Krebs allerdings bereits über Magenschleimhaut hinaus verbreitet, weshalb der Magen teilweise oder ganz entfernt werden muss. Hat sich der Krebs noch weiter ausgebreitet müssen evtl. auch Milz und umliegende Lymphknoten entfernt werden. Anschließend wird ein Ersatzmagen aus Dünn- oder Dickdarmteilen gebildet. Diese Maßnahme schränkt den Menschen nur insofern ein, dass er nur noch kleine Nahrungsmittelmengen auf einmal zu sich nehmen kann und die Mahlzeiten deshalb auf mehrere Mahlzeiten pro Tag verteilen soll.

Aufgrund dessen nimmt der Patient anschließen eine beträchtliche Menge an Körpergewicht ab. Nach einer gewissen zeit stoppt die Abnahme aber wieder. Um die Verdauungsenzyme zu ersetzen werden Medikamente verabreicht und zusätzlich Vitamin B12 eingenommen. Ist die Tumorerkrankung bereits weit fortgeschritten, so ist eine Chemo- oder Strahlentherapie direkt nach der Operation unumgänglich. In bestimmten Fällen wird bereits vor der operativen Maßnahme eine Chemotherapie durchgeführt, um die Tumorgröße zu reduzieren. Ist es nicht möglich, den Patienten zu heilen, muss dieser einen Ernährungsschlauch bekommen.

Magenkrebs: Verlauf der Erkrankung während der Therapie

Wurde der Magenkrebs früh erkannt und entfernt, so ist die Prognose sehr gut und die Heilungschancen recht hoch. Eher schlecht ist die Prognose, wenn sich bereits Metastasen ausgebreitet haben und sich der Krebs in einem fortgeschritten Stadium befindet. Da Magenkrebs relativ spät diagnostiziert wird, liegt die Sterberate recht hoch. Fünf Jahre nach Erkennen des Magenkrebses überleben etwa 35 Prozent der Männer und 31 Prozent der betroffenen Frauen.

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Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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