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Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Lungenkrebs

Lungenkrebs – Die Krebserkrankung des Lungenfells

Krebs ist allgemein eine der wohl am meisten gefürchteten Erkrankungen überhaupt. Lungenkrebs ist eine besondere Art, die nur in seltenen Fällen heilbar ist. Meist wird die Erkrankung  zu spät und per Zufall entdeckt, im Rahmen einer Untersuchung aus völlig anderen Gründen. Allgemein werden entartete Geweben in der Lunge, oder des Lungenfells bezeichnet. Letztere kommt sehr selten vor. Eine Krebserkrankung des Lungenfells wird medizinisch als Mesotheliom bezeichnet. Lungenkrebs ist bei Männern, wie bei Frauen als die dritthäufigste Krebserkrankung bekannt. Allerdings ist Lungenkrebs bei Männern die häufigste, bei Frauen die dritthäufigste Todesursache bei Krebserkrankungen. Mit Lungenkrebs ist nicht zu spaßen. Jährlich werden mehr, als 46.000 neue Erkrankungen allein in Deutschland gezählt. Rauchen ist die häufigste Ursache für Lungenkrebs. Wer also etwas für seine Gesundheit tun möchte, sollte mit dem Rauchen dringend aufhören, besser man fängt damit gar nicht erst an. Die häufigste Ursache für Mesotheliom ist Asbest. Diese Art von Lungenkrebs entwickelt sich nur langsam, über viele Jahre hindurch. Mediziner und Forscher rechnen damit, dass im Jahr 2020 eine enorm hohe Zahl von Mesotheliom-Erkrankungen diagnostiziert wird. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass etwa 1 Million Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz haben, der asbestgefährdet ist. Und das allein in Deutschland. Klassifiziert wird der Lungenkrebs anhand der TNM-Klassifikation:

  • T – ordnet die Größe eines Tumors ein; T1 – T4
  • N – beschreibt, welche und wie viel Lymphknoten befallen sind; N0 – N3
  • M – macht kenntlich, ob Metastasen vorhanden sind (M1) oder nicht (M0)

Rauchen ist Hauptursache für Lungenkrebs

In der Regel sind für die Entstehung von Lungenkrebs äußere Einflüsse verantwortlich. Inhalatives Rauchen, Passivrauchen, Vernarbung des Lungengewebes, genetische Faktoren, aber auch Schadstoffe, wie Abgase und Asbest tragen ihren Teil zum Lungenkrebs bei. Dabei verteilen sich die Prozentsätze unter den Ursachen etwas ungleichmäßig. Bei Männern gilt Rauchen als Ursache in rund 90%, bei Frauen in etwa 60% der Fälle. Nichtraucher, die jedoch häufig Tabakrauch ausgesetzt sind, haben ein 20-30%iges Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Eine Vernarbung des Lungengewebes entsteht meist nach einer Tuberkulose-Erkrankung, oder nach Operationen. Auch diese Narben können Lungenkrebs verursachen. Arbeitnehmer, die über viele Jahre hinweg Asbest ausgesetzt sind und Asbeststaub einatmen müssen, haben ein sehr hohes Risiko, an Lungenkrebs, oder an Lungenfellkrebs zu erkranken. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass auch eine familiäre Vorbelastung zur Entstehung von Lungenkrebs beitragen kann. Menschen, bei denen ein, oder beide Eltern an Lungenkrebs erkrankt sind, oder waren, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, ebenfalls an Bronchialkarzinom zu erkranken. Schadstoffe, wie Dieselruß kann das Risiko um ein Anderthalbfaches erhöhen. Bei Rauchern steigt dieses Risiko noch einmal an.

Lungenkrebs Leitsymptom ist Husten mit Auswurf

Leider ist eine Früherkennung bei Lungenkrebs nicht möglich. Da die Erkrankung im Frühstadium kaum oder keine Beschwerden verursacht, wird die Krankheit erst relativ spät, meist im Rahmen einer Untersuchung aus anderen Gründen entdeckt. Nur selten geht ein Betroffener zum Arzt, wenn er über längere Zeit Husten hat. Erst, wenn Blut sich in den Auswurf mischt, ist das ein Grund einen Arzt aufzusuchen, doch in vielen Fällen ist es dann bereits zu spät. Es gibt allerdings charakteristische Symptome, die auf Lungenkrebs hindeuten. Die Patienten leiden häufig unter Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Atemnot, und haben häufig aus unerklärlichen Gründen erhöhte Temperatur. Therapieresistente Lungenentzündungen können ein Hinweis für eine Lungenkrebserkrankung sein. In vielen Fällen klagen die Patienten auch über Verlust der Kräfte, Lähmungserscheinungen und über Schmerzen in der Brust und im Rücken, auf der Höhe der Lungen. Hustenanfälle, die über mehrere Wochen hindurch anhalten sind ein weiteres Zeichen, das man vielleicht einmal zu oft ernst nehmen sollte. Insbesondere bei Blutbeimengungen im Auswurf sollten alle Alarmglocken anfangen zu läuten. Weitere, eher uncharakteristische Symptome können Entzündungen im Gehirn, oder  im Rückenmark sein. Allerdings wissen die Ärzte, woher diese kommen. Einige Krebsarten (kleinzellige Bronchialkarzinome) produzieren bestimmte Hormone, auf die der Körper mit genau diesen Entzündungsmerkmalen reagiert.

Rechtzeitige Diagnose bei Lungenkrebs ist überlebenswichtig

Für die Diagnose spielen die Beschwerden und die Befragung des Patienten durch den Arzt eine primäre Rolle. Bei Verdacht auf Lungenkrebs wird eine Röntgenaufnahme der Lungen angefertigt. Auf dem Röntgenbild sind allerdings nur Tumore zu entdecken, die bereits eine gewisse Größe haben. Sehr kleine Tumore, sowie Tumore, die sich an Stellen befinden, die von anderen Brustorganen auf dem Röntgenbild überlagert werden, können mithilfe einer CT-Untersuchung sichtbar gemacht werden. Eine weitere Untersuchung ist die des Sputums. Der Auswurf kann labortechnisch auf Krebszellen untersucht werden. Eine Blutuntersuchung kann das Vorhandensein von so genannten Krebsmarkern ergeben, diese Untersuchung ist jedoch nicht maßgebend für die Diagnose. Wird der Verdacht anhand der genannten Untersuchungen gefestigt, so wird eine Bronchoskopie durchgeführt. Im Rahmen dieser Untersuchung kann der Arzt Gewebeproben, oder Zellproben entnehmen. In einigen Fällen wird diese Untersuchung unter Vollnarkose durchgeführt, insbesondere dann, wenn ein starres Instrument für die Untersuchung verwendet wird. Ansonsten reicht die Gabe eines Beruhigungsmittels. In seltenen Fällen geben all diese Untersuchungsmethoden kaum, oder keinen Aufschluss über die Erkrankung. In solchen Fällen wird zur Sicherheit eine Operation zur Zellentnahme durchgeführt.

Mit Operation und Medikamenten gegen Lungenkrebs ankämpfen

Bevor mit einer Therapie begonnen werden kann, gilt es, die Art des Tumors zu bestimmen. Einige Tumor-Arten können durch eine Operation entfernt werden. Dazu zählen nicht-kleinzellige Tumore. Nach der Operation werden in der Regel auch eine Chemo- und eine Strahlentherapie durchgeführt. Kleinzellige Tumore haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie sehr schnell wachsen und ebenso schnell Metastasen (Tochtergeschwülste) bilden. Hier kommt eine Operation nicht infrage, stattdessen wird eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie durchgeführt. Bei der Operation wird der Tumor zusammen mit gesundem Lungengewebe chirurgisch entfernt. Bei Mesotheliom kommt eine Operation zwar in Betracht, in den allermeisten Fällen ist die Erkrankung jedoch bei der Diagnosestellung bereits soweit fortgeschritten, dass eine Operation nicht mehr möglich ist (inoperabler Tumor).  Ein weiteres, sehr wichtiges Ziel der Therapie bei Lungenkrebs ist, die Beschwerden, darunter insbesondere die Schmerzen zu lindern. Der Tumor kann soweit in die Luftröhre hineinwachsen, dass eine Atmung kaum noch möglich ist. In solchen Fällen wird ein so genanntes Stent in die Luftröhre geschoben. Zuvor wird der Tumor soweit verkleinert, dass die Öffnung offen bleiben kann. Lungenkrebs bildet in der Regel Metastasen in den Knochen. Dies geht mit erheblichen Schmerzen einher, die mittels speziellen Medikamenten gelindert werden. Eine Heilung bei Lungenkrebs ist relativ selten. Die meisten Patienten sterben an der Krankheit.

Krankheitsverlauf bei Lungenkrebs – Gute Behandlung für Betroffene

Allgemein zählt Lungenkrebs zu den Krebserkrankungen, deren Prognose mehr schlecht als recht ist. In den meisten Fällen wird der Tumor zu spät entdeckt. Auch eine Operation kann die Erkrankung nur in den seltensten Fällen heilen. Für die Prognose ist eine rechtzeitige Diagnose sehr wichtig. Sofern der Tumor noch klein ist, und noch keine Metastasen gebildet hat, besteht eine relativ gute Chance auf Heilung. Insgesamt ist die Chance auf Heilung bei kleinzelligen Tumoren deutlich geringer, als bei nicht-kleinzelligen Tumoren. Der Verlauf der Erkrankung hängt ebenfalls mit dem Stadium bei Diagnose und der Art des Tumors eng zusammen. Die Chemotherapie wird auch nicht von jedem Patienten gleich gut vertragen, viele leiden unter den starken Nebenwirkungen. Mit der Chemo- und Strahlentherapie gelingt es häufig, das Wachstum des Tumors zu stoppen, oder zumindest deutlich zu verlangsamen. Somit steht die Lebensverlängerung und die Verbesserung der Lebensqualität zu erhöhen. Etwa 18% der Frauen und 15% der Männer überleben eine Lungenkrebserkrankung. Dies ist die so genannte Fünfjahres-Überlebensrate.

Lungenkrebs vorbeugen und Risiken langfristig mindern

Lungenkrebs kann man gezielt vorbeugen. Allein schon die Vermeidung der Risikofaktoren, wie Rauchen, Asbest und andere Schadstoffe wirkt sich positiv im Kampf gegen Krebs aus. Auch Patienten, die bereits an Lungenkrebs erkrankt sind, tun sich etwas Gutes, indem sie mit dem Rauchen – auch in diesem Stadium – sofort aufhören. Eine gesunde Lebensweise und eine gesunde, abwechslungsreiche und vitaminreiche Ernährung sorgen für ein gesundes Leben.



Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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