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Lernen am Modell

Lernen am Modell
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Lernen am Modell – Beobachtung von anderen Menschen

Viele Verhaltensweisen werden durch Beobachtung und auch Nachahmung von Personen erlernt. Nachgeahmt werden meistens Personen, welche als Vorbilder dienen, z.B. Eltern, Geschwister, Lehrer, Freunde. Es müssen einige Bedingungen erfüllt werden, damit ein Lernen am Modell auch stattfinden kann. Ein Modell sollte ein Mensch mit einem hohen Ansehen sein. Das Modell sollte sympathisch und auch attraktiv sein, womit mit Attraktivität das Alter oder das Geschlecht und die Herkunft gemeint sein kann. Sogar die Beziehung zwischen Kind und Vorbild hat beim Lernen am Modell eine bedeutsame Rolle.

Das Kind wird nur die Verhaltensweisen von der Person übernehmen, mit welcher es eine emotionale Beziehung aufgebaut hat. Auch aus diesem Grund ist es daher wichtig für die Eltern, eine positive emotionale Beziehung zum Kind aufzubauen und so für sie ein Vorbild darzustellen, durch Liebe, Akzeptanz, Wärme, Verständnis, Wertschätzung und Vertrauen. Auch wenn sich das Kind einen Vorteil erhofft, kann die Verhaltensweise einer Person übernommen werden. Wenn ein Kind in einem Kaufhaus beobachtet, wie ein Erwachsener stiehlt und dabei nicht ertappt wird, dann kann es sein, das das Kind dieses Verhalten bei nächster Gelegenheit übernimmt.

Beobachten von Vorbildern

Die lernpsychologische Theorie ist das Lernen am Modell, es beschreibt die Lernvorgänge, welche durch das Beobachten von Vorbildern ausgelöst wird. Vorbilder und Modelle sind die Menschen, deren Verhalten auch beobachtet werden kann. Von untergeordneter Bedeutung ist dabei die tatsächliche Anwesenheit des Modells. Das Lernen am Modell hat auch noch andere Bezeichnungen, wie Beobachtungslernen, Imitationslernen, Nachahmungslernen, Identifikationslernen, soziales Lernen, Rollenlernen oder stellvertretendes Lernen.

Je nach Autor werden die einzelnen Bezeichnungen auch unterschiedlich verwendet. Das Lernen am Modell wird nach der klassischen Konditionierung und der operanten Konditionierung als drittes klassisches Modell des menschlichen Lernens bezeichnet. Es gibt einige Theorien des Lernens am Modell oder Modell Lernens, Albert Banduras sozialkognitive Lerntheorie ist die am weitesten verbreitete im deutschsprachigen Raum. Im Vergleich zu den beiden ersten Modellen kommt hier dem Menschen eine aktive Rolle zu. Der Mensch lernt von seinen Vorbildern und ahmt das Verhalten nach, wenn es den gewünschten Erfolg mit sich bringt.

Die drei Formen des Modelllernens

Wir unterscheiden drei Formen des Modelllernens. Zum einen den Aufbau neuer Verhaltensweisen. Es werden Verhaltensweisen erlernt, die nicht in dem Repertoire der Person sind. Zum zweiten eine Modifikation der bestehenden Verhaltensweisen, d. h. eine Hemmung oder Enthemmung bei negativen oder positiven Verhaltenskonsequenzen und zum dritten die Schaffung von diskriminativen Hinweisreizen. Das Modellverhalten ist der Hinweisreiz, welcher das Auftreten bereits erlernten Verhaltens erleichtert. Generell versteht man unter Modelllernen das Beobachtungslernen. Dieses bedeutet, dass man die Verhaltensweisen anderer Personen wahrnimmt und dann auf das eigene Verhalten projiziert oder anwendet. Hierbei muss aber hinzugefügt werden, das auch die Neuen Medien und Medien aller Art und nicht nur Personen, diese Projektion von Verhaltensweisen auf uns haben.

Allerdings kann es auch zu Hemmungen kommen, z.B. wenn das Verhalten anderer nicht gefällt und wir nicht so handeln wollen. Das bezeichnet man dann als Nullwirkung, in der Sozialpsychologie. Damit ein Lernen durch die Beobachtung überhaupt stattfindet, gibt es gewisse Voraussetzungen und es müssen bei den Individuen vier Prozesse ablaufen. Der Aufmerksamkeitsprozess, damit das Gesehene, das Beobachtete, überhaupt aufgenommen werden kann. Der Gedächtnisprozess, damit das Beobachtete sich in einer Gedächtnisspur wiederfindet und man sich später auch daran erinnern kann. Die motorischen Reproduktionsprozesse, hiermit zeigt sich das Beobachtete in einer Handlung und der Motivations- und Verstärkungsprozess, hier tritt eine Handlung erst ein, wenn die Person entsprechend motiviert ist.

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