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Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom)

Kehlkopfkrebs

Kehlkopfkrebs – Krebserkrankung in drei Ausprägungen

Kehlkopfkrebs ist eine bösartige Krebserkrankung im Bereich des Kehlkopfes, die zwar im Vergleich zu anderen Krebsarten eher selten vorkommt, jedoch der am häufigsten ausbrechende Krebs im Umfeld von Hals, Nase und Ohren ist. Kehlkopf wird der Abschnitt im Hals eines Menschen genannt, wo die Luft- von der Speiseröhre getrennt wird und wo durch Hilfe der Stimmbänder die menschlichen Sprechlaute entstehen. Er besteht aus einer Reihe von Knorpelplatten, die durch Muskel- und Bänderstränge miteinander verbunden sind. Man unterscheidet drei unterschiedliche Gruppen von Kehlkopfkrebs, deren Bezeichnung sich jeweils nach ihrer jeweiligen Verortung im Bezug zur so genannten Glottis richtet. Die Glottis ist der mittlere Bereich des Kehlkopfes, in dem die Stimmbänder liegen.

Die am häufigsten vorkommenden Tumore im Kehlkopfbereich liegen direkt auf den Stimmbändern und werden darum auch als glottische Tumore deklariert. Sie machen etwa 65 Prozent aller Larynxkarzinome aus. Daneben gibt es die supraglottischen Tumore, die oberhalb des Kehlkopfes liegen und etwa 30 Prozent der Krebsgeschwülste ausmachen. Die dritte Gruppe, subglottische Kehlkopftumore genannt, kommt mit nur 5 Prozent aller Kehlkopfkrebserkrankungen am seltensten vor. Im Falle dieser Krankheitsausprägung sind die Tumore unterhalb der Stimmbänder verortet und sind der Annahme von Medizinern zufolge bereits fortgeschrittene glottische Tumore, die sich in Richtung des subglottischen Lymphabstromes hin zu den Lymphknoten der Luftröhre entwickelt haben. Die häufigste Ursache für alle drei Formen des Kehlkopfkrebses ist in der langjährigen Inhalation von Giftstoffen, sprich, in starkem Tabakkonsum, zu suchen. Andere Giftstoffe, die über die Luft in den Kehlkopf gelangen, beispielsweise aus dem heute nicht mehr zugelassenen Baustoff Asbest, können ebenfalls das Wachstum bösartiger Tumorzellen in der Schleimhaut des Kehlkopfes fördern.

Daneben sind vor allem übermäßige oder regelmäßige Formen des Alkoholgenusses und einige medizinisch nachweisbare Viren für die Entstehung des Krebses verantwortlich. Erste alarmierende Symptome einer möglichen Kehlkopfkrebserkrankung sind eine über einen längeren Zeitraum als zwei Wochen andauernde Heiserkeit, besonders bei ausbleibenden weiteren Erkältungsanzeichen, sowie ein Fremdkörpergefühl im Bereich der Stimmbänder, das sich durch den ständigen Impuls zum Räuspern bemerkbar macht. Nimmt man solcherlei Symptome an sich wahr, sollte man baldmöglichst einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Wird der Krebs von diesem im noch frühen Krankheitsstadium erkannt, so bestehen nach dem Stande der heutigen Medizin ausgezeichnete Behandlungs- und damit Heilungschancen, die im besten Falle auch keinerlei oder nur geringe Auswirkungen auf das Sprechvermögen des Patienten haben. Im fortgeschrittenen Krebsstadium kann es jedoch nötig werden, den Kehlkopf des Betroffenen komplett zu entfernen, was in den meisten Fällen den vollständigen Verlust der Sprechfähigkeit nach sich zieht.

Die gängige Behandlung des Kehlkopfkrebses liegt üblicherweise, je nach Ausprägung und Fortschritt der Erkrankung, in einer Kombination aus Operation, Bestrahlung und Chemotherapie. Im günstigsten Fall können die von Krebsgeschwüren befallen Stellen so entfernt werden, dass es zu keinem erneuten Ausbruch der Erkrankung nach Abschluss der Bestrahlungs- bzw. Chemotherapie mehr kommt. Ehemaligen Kehlkopfkrebspatienten wird nach einer erfolgreichen Behandlung ihrer Krankheit dringend geraten, ihre bisherigen Lebensgewohnheiten umzustellen, um das Risiko eines erneut auftretenden Tumors zu minimieren. Ein vollständiger Verzicht auf Alkohol und Zigaretten kann sich also in einem solchen Falle lebensrettend auswirken.

Kehlkopfkrebs – Erkrankung infolge starken Rauchens

Übermäßiger Nikotin- und Alkoholgenuss in ihrer Kombination sind in den allermeisten Fällen die Wegbereiter für die Entstehung eines Larynxkarzinoms. Ein genauer Zusammenhang zwischen diesen begünstigenden Faktoren und den letztlich zugrunde liegenden Ursachen konnte bislang noch nicht klar heraus gestellt werden, es wird jedoch angenommen, dass die in beiden Genussmitteln vorhandenen Giftstoffe zu einem Wachstum bösartiger Zellen im Bereich des Kehlkopfes beitragen. Diese wiederum können bei weiterer Giftstoffzufuhr Geschwür- und Tumorgestalt annehmen und sich bei Nichtbehandlung schließlich weiter im Körper ausbreiten.

Bei einigen Krebspatienten wurden in der Erbsubstanz eindeutige Befunde dafür nachgewiesen, dass auch eine bestimmte Form von Viren mit zum Ausbruch der Krebserkrankung beitragen kann. Außerdem können weitere Giftstoffe, die durch die Luft in den Körper gelangen, die Wahrscheinlichkeit des Krebsausbruches erhöhen. Dazu gehören beispielsweise halogenierte Kohlenwasserstoffe, wie sie in Lösungsmitteln, Insektiziden und Kühlmitteln vorkommen oder bei der Herstellung von PVC entstehen.

Auch der lange wegen seiner Haltbarkeit, sowie Hitze- und Säurebeständigkeit als „Wunderfaser“ in der Bauindustrie verwendete, jedoch mittlerweile wegen seiner eindeutig gesundheitsgefärdenden Eigenschaften von Markt genommene Werkstoff Asbest steht im Verdacht, den Krebs auszulösen. Da rund zwei Drittel aller Kehlkopfkrebserkrankungen auf den Stimmbändern entstehen, kann die Krankheit häufig bereits zu Beginn erkannt und entsprechend behandelt werden. Erste Anzeichen nimmt der Betroffene durch eine über mehrere Wochen andauernde Heiserkeit oder eine Veränderung der Stimme wahr. Auch das anhaltende Gefühl, einen Fremdkörper im Hals zu haben oder das ständige Bedürfnis, sich räuspern zu müssen, kann ein erstes Indiz für Kehlkopfkrebs sein. Ein trockener Reizhusten mit damit einher gehenden Schluckbeschwerden, sowie starke, vom Hals bis in die Ohren ausstrahlende Schmerzen deuten ebenfalls auf diese ernsthafte Erkrankung hin. Spätestens bei anhaltend starkem Husten mit blutigem Auswurf und immer wieder auftretender Atemnot ist dem Betroffenen das schnelle Aufsuchen eines Arztes dringend anzuraten.

Im Allgemeinen klagten Patienten, die an Kehlkopfkrebs erkrankten, demnach über folgende Beschwerden:

  • Räusperzwang und anhaltender Husten
  • Unklare Hals- und Ohrenschmerzen
  • Das Anschwellen von Halsweichteilen
  • Heiserkeit und ein Fremdkörpergefühl im Rachen

Kehlkopfkrebs Diagnose durch unterschiedliche Untersuchungsmethoden

Dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt stehen zur Diagnose des Kehlkopfkrebses verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Mit Hilfe eines Spiegels und unterschiedlichen Endoskopen können die einzelnen Bestandteile des gesamten Kehlkopfes und der Stimmbänder, sowie deren Aussehen und deren Beweglichkeit genauer unter die Lupe genommen werden. Durch Abtasten der Halslymphknoten untersucht der Arzt anschließend auch diese nach möglichen Veränderungen und Verhärtungen. Besteht ein begründeter Verdacht auf das Vorliegen eines Krebsgeschwürs, so wird in einem weiteren Schritt, zumeist unter örtlicher Betäubung wegen des im Normalzustand oft Würgereize auslösenden Verfahrens, eine genauere Untersuchung des Kehlkopfes durchgeführt.

Dabei werden auch Gewebeproben für eine geziehltere Diagnostik im Laborverfahren entnommen. Mit Hilfe von Computer- oder Kernspintomografie können die Ausbreitung und die Größe der Krebstumore eindeutig bestimmt werden. Ultraschalluntersuchungen und weitere Laborverfahren ergänzen die weiteren Diagnoseschritte bei der Krebserkennung.

Therapie und Behandlung von Kehlkopfkrebs

Da der Kehlkopf als sehr wichtiges Organ des Menschen gilt, ist man in der Medizin bemüht, bei einem Krebsbefall soviel wie möglich von ihm zu erhalten und nur so viel von ihm wegzunehmen, wie für die Heilung der Krankheit notwendig ist. Sind nur Teile des Kehlkopfes oder der Stimmbänder von den Krebsgeschwüren befallen, werden diese bei einer Operation über die Mundhöhle oder durch einen kleinen Schnitt am Hals entfernt. In den meisten Fällen bringt dies eine leichte, jedoch hörbare und von da an dauerhaft bestehende Veränderung der Stimme mit sich. Bei der Operation werden häufig auch die Lymphknoten mit entfernt, da sie nicht selten ebenfalls zur Tumorbildung neigen.

Nach dem Ende der Wundheilung schließt eine Strahlentherapie die Behandlung ab. Bei einigen Krebsarten kann die Operation auch vollständig durch eine solche Therapie ersetzt werden. Bei nur leichtem Krebsbefall sind auch dabei die Heilungschancen als äußerst gut einzustufen und die Stimme bleibt in den meisten Fällen vollständig erhalten.

Die Strahlentherapie kommt jedoch auch bei Krebsarten in Betracht, bei denen keine Operation (mehr) möglich ist. Kann man den Kehlkopf wegen der Dichte und der Größe der Metastasen gar nicht mehr retten, wird er zumeist vollständig entfernt. Durch das Fehlen des Kehlkopfes ist dem Patienten fortan keine normale Mundatmung mehr möglich. Stattdessen wird im vorderen Halsbereich eine künstliche Öffnung, das so genannte Tracheostoma, angelegt. Hierdurch kann der Patient fortan seine normale Atmung vollziehen. Das Sprechen ist dem Betroffenen ohne Kehlkopf zunächst einmal gar nicht mehr möglich. Er kann jedoch durch ein gezieltes Training eine gut verständliche Ersatzsprache lernen, die durch Zuhilfenahme der Speiseröhre erzeugt wird. Dafür ist jedoch ein langwieriges und oftmals anstrengendes Training mit einem speziell dafür ausgebildeten Logopäden notwendig.

Prognose und Verlauf bei Kehlkopfkrebs

Wurde eine Tumorbehandlung erfolgreich mit der vollständigen Beseitigung aller Krebsgeschwüre abgeschlossen, so kann ein erneuter Ausbruch der Krankheit durch eine entsprechend geänderte Lebensweise verhindert werden. Wichtig ist dabei vor allem, zukünftig am besten vollständig auf Alkohol und Nikotin zu verzichten. Muss einem Patienten wegen fortgeschrittener Krankheit der Kehlkopf vollständig entfernt werden, so ist es vor allem wichtig, dass dieser im Anschluss daran durch entsprechende ärztliche und psychologische Versorgung sein möglicherweise durch den Sprachverlust stark eingeschränktes Selbstwertgefühl wiedererlangt und mit Hilfe eines Logopäden eine neue Sprechtechnik erlernt.



Autoren & Experte:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung

Letzte Änderungen auf dieser Seite fanden am 18.03.2019 statt.


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